Italienischer fußball: ex-stars auf dem weg in die führungsetage?
Rom bebt – und zwar nicht nur wegen der bevorstehenden Europameisterschaft. Der italienische Fußball steht vor einem Machtwechsel, und die Frage, wer den Verband FIGC künftig lenken wird, beschäftigt die Fans und Experten gleichermaßen. Ein neuer Name taucht immer wieder auf: ein ehemaliger Spieler, der möglicherweise den Fußball wieder auf Kurs bringen soll. Doch ist das wirklich die Lösung?

Die rückkehr der helden auf die managerbühne
Die Idee, einen ehemaligen Spieler an die Spitze des italienischen Fußballverbandes zu bringen, ist nicht neu. In anderen Ländern – etwa Frankreich mit Zinédine Zidane oder Kroatien mit Davor Šuker – hat sich dieses Modell bereits bewährt. Doch in Italien ist es ein Tabu, das nun langsam zu brechen scheint. Giovanni Malagò, der derzeit als einer der aussichtsreichsten Kandidaten gilt, scheint offen für die Idee zu sein, einen erfahrenen Athleten an seiner Seite zu haben. Er hat stets betont, wie wichtig die Perspektive aus dem Spielerberuf für die strategischen Entscheidungen des Verbandes sein kann.
Malagò, der zuvor auch das italienische Olympische Komitee leitete, verfügt über ein breites Netzwerk im Fußballgeschäft und gilt als pragmatischer Denker. Sein potenzieller Partner aus den eigenen Reihen könnte Alessandro Costacurta sein, ein Name, der ihm besonders am Herzen liegt. Costacurta, eine Legende des AC Mailand, bringt nicht nur Erfahrung, sondern auch eine klare analytische Denkweise mit.
Neben Costacurta werden auch andere Namen wie Paolo Maldini, der ehemalige Kapitän des AC Mailand, und Alessandro Del Piero, der italienische Fußballgott, ins Spiel gebracht. Del Piero, der sich in den letzten Jahren öffentlich zu Wort gemeldet hat, forderte eine grundlegende Erneuerung des italienischen Fußballs, insbesondere im Bereich der Jugendarbeit und der Investitionen in moderne Infrastruktur. Seine klaren Ansichten und seine überregionale Beliebtheit machen ihn zu einem potenziell starken Kandidaten.
Ein weiterer Name, der in den Verbandsräumen immer wieder fällt, ist Demetrio Albertini, der ehemalige Mittelfeldspieler und aktueller Präsident der Vereinigung der italienischen Fußballspieler (AIC). Albertini genießt hohes Ansehen, hat bereits mehrere Führungspositionen im Fußball inne und könnte eine Brücke zwischen den Interessen der Spieler und den Zielen des Verbandes schlagen.
Die Zeit drängt: Die Kandidaten müssen sich bis zum 13. Mai anmelden, und es bleibt abzuwarten, ob tatsächlich ein ehemaliger Spieler den Sprung in die höchste Führungsetage des italienischen Fußballs schafft. Doch eines ist klar: Der Druck, den italienischen Fußball wiederzubeleben, ist enorm, und die Suche nach neuen Wegen ist in vollem Gange.
Die Entscheidung wird am 22. Juni fallen. Wird es ein Ex-Spieler sein, der Italien aus der Krise führt, oder setzt man auf die bewährte Erfahrung eines Managers? Die Antwort wird den weiteren Verlauf des italienischen Fußballs maßgeblich beeinflussen.
