Italienische tennis-sensation: panatta hofft auf nachfolge nach 50 jahren!
Mailand – Fünfzig Jahre! So lange ist es her, seit Adriano Panatta als letzter Italiener bei den French Open triumphierte. Nun keimt eine neue Hoffnung auf, genährt von den überraschenden Erfolgen junger italienischer Talente in Roland Garros. Panatta, der legendäre Tennisspieler, blickt gespannt auf die Halbfinalspiele und lässt sich von der Entwicklung seiner Nachwuchsspieler beeindrucken.
Die ära sinner: ein plötzlicher abschied, ein vielversprechendes erbe
Der frühe Ausscheiden von Jannik Sinner war ein Schock für alle Tennis-Fans. Doch Panatta, der Sinner auf dem Centre Court des Foro Italico persönlich beglückwünscht hatte, sieht darin nicht nur einen Rückschlag, sondern auch eine Chance für andere italienische Spieler, in der Sonne zu stehen. „Ich hatte gesagt, wir hätten ein Team, das gut vorbereitet ist“, erinnert sich Panatta. „Aber so etwas ist eben nicht selbstverständlich.“
Die jüngsten Ergebnisse haben seine Worte nun bestätigt. Flavio Cobolli und Matteo Arnaldi haben sich sensationell für die Halbfinals qualifiziert, wobei Cobolli Auger-Aliassime in einem spannenden Match besiegte und Arnaldi den Derby-Sieg gegen Matteo Berrettini sicherstellte – Berrettinis frühes Ausscheiden aufgrund einer Verletzung ist bedauerlich.

Cobolli und arnaldi: die neuen hoffnungsträger
Panatta lobt insbesondere Flavio Cobolli: „Flavio ist körperlich sehr stark. Ich wusste, dass er, wenn er in Paris Konstanz findet, weitermachen könnte. Er erlebt die beste Saison seiner Karriere und hat das gestern bewiesen.“ Auch Matteo Arnaldi beeindruckt den ehemaligen Champion. „Arnaldi hat seine anfängliche Hektik überwunden. Wenn er in Marathon-Modus geht, wird er defensiv zum Albtraum für jeden.“ Seine Fähigkeit, lange Matches über fünf Sätze zu spielen, sei der Beweis dafür.
„Es wäre mir eine Ehre!“, so Panatta weiter, während er die Möglichkeit in den Blick nimmt, dass ein weiterer Italiener nach 50 Jahren den begehrten Titel gewinnt. „Ich bin schon jetzt sehr stolz, dass es mindestens einen italienischen Spieler im Finale geben wird, den ich vom Publikum aus bewundern kann.“
Die Frage, ob eines der beiden Talente ein gebürtiger Römer sein könnte, lässt Panatta schmunzeln. „Wenn es ein Römer ist… dann würde sich die Geschichte wiederholen.“ Schließlich ist Flavio Cobolli ein Kind dieser Stadt und eng mit dem TC Parioli verbunden.
Panatta äußert zudem sein Bedauern über das Ausscheiden von Berrettini, hofft aber, dass dieser seine Verletzung nicht allzu schwer ist. „Ich bin sehr traurig für ihn. Er hatte eine großartige Rückkehr hingelegt.“
Ob er die Vielzahl italienischer Spieler in den späten Phasen des Turniers erwartet hätte? „Nicht wirklich. Wir wussten, dass wir ein gutes Team haben, aber dass so viele Spieler so weit kommen würden, war alles andere als ausgemacht.“
Die italienische Tennis-Mannschaft scheint ihren Aufstieg zu bestätigen. „Sinner ist der Beste, daran ändert auch dieser Blackout nichts. Aber hinter ihm steht eine hochkarätige Gruppe, die große Fortschritte machen kann. Wir hoffen, dass wir in diesen prestigeträchtigen Arenen weiterhin unsere Sprache sprechen können.“
Der Schlüssel zum Erfolg liegt laut Panatta in der Bewältigung des Drucks. „Wenn man das Ziel vor Augen hat, wiegt der Arm immer ein bisschen schwerer. Der Gegner ist natürlich eine Belastung, aber auf solchen Plätzen, wo keiner unserer Spieler so weit vorangekommen ist, zählt die mentale Stärke mehr.“
Und obwohl er keine Namen nennen will, betont Panatta, dass sich jeder der italienischen Spieler seinen Platz verdient hat.
Die French Open 2024 zeigen deutlich: Das italienische Tennis erlebt einen goldenen Frühling. Die Frage ist nicht, ob, sondern wann ein neuer italienischer Champion den Henkelmann in den Himmel hebt.
