Italiener jagen in london, istanbul & co. – tor-party und krisen

Ein Wochenende, zwei Gesichter: Während Daniele Verde und Stefano Sensi in Fernost und Zypern den Netzerzähler hochdrehten, rutschten Lorenzo Lucca und Guglielmo Vicario in der Premier-League-Sackgasse immer tiefer.

Die sonnenseiten der boot-statistik

Der frühere Roma-Flügel Verde erzielte in der Türkei sein erstes Tor für İstanbul Başakşehir – ein Distanzkracher, der Twitter binnen Minuten sprengte. In Larnaca schoss Sensi Anorthosis Famagusta mit einem platzierten Links-Schlenzer zum 2:1-Sieg, seine vierte Saisonbeteiligung in nur sieben Spielen. Retegui ließ sich in Spanien nicht zwei Mal bitten, verwandelte einen Elfmeter für Granada und bleibt damit an der Spitze der Torschützenliste der Iberer.

Die schattenseiten an der themse

Die schattenseiten an der themse

Anders sieht es für die Insel-Italiener aus. Lucca saß beim 0:3 der Forestgegen Brighton nicht mal auf der Bank – ein Schritt zurück, nachdem er in der Europa League gerade noch 45 Minuten durchgepowert hatte. Vicario kassierte beim 1:2 in Fulham das vierte Gegentor in zwei Partien, Spurs rutschen auf Platz 16. Chiesa? Kam gegen West Ham nicht, Klopp lässt ihn bislang nur joggern.

Die Bilanz: fünf Tore, drei Assists – und drei Spieler, die gerade nur mit der U23 trainieren dürfen. Die italienische Diaspora wächst, aber der Preis ist hart: entweder lichterlohne Rampenlicht oder akute Abstiegsangst.

Für Sandro Tonali gibt es ein Plus: Assist beim 3:1 gegen Everton, doch Newcastle liegt nur zwei Punkte vor einem Europacup-Platz – seine Bilanz muss also bis Saisonende steigen, sonst wird der Traum von der Champions League zur Nebensache.

Debut mit fragezeichen

Debut mit fragezeichen

In Dortmund lief Samuele Inacio erstmals auf – 14 Minuten, 11 Ballkontakte, ein Foulelfmeter provoziert. Kein Tor, aber ein erster Schritt ins Getümmel. Trainer Terzić lobte nach Abpfiff die „ruhige Kopfüber-Philosophie“ des 19-Jährigen. Ob das reicht, um Reus und Adeyemi zu verdrängen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Die Botschaft ist klar: Italien exportiert Talente wie Pasta, doch nur wer trifft oder assistiert, bleibt im Ausland im Kader. Die Tabelle ist gnadenlos, der Flug nach Hause immer nur eine schlechte Serie entfernt.