Italien kassiert historisches debakel in cardiff – quesada schlägt dennoch positiven ton an

Cardiff war ein offener Kernsplitt für das Sei Nazioni-Team von Gonzalo Quesada. Nach 50 Minuten stand es 31:0 für Wales, und die italienische Rugby-Auswahl war vollends entzaubert. Am Ende blieb es bei 31:17, doch die Wunde ist tiefer als jedes Ergebnis.

Quesada zieht bilanz: „wir sind nicht plötzlich schlecht“

Der argentinische Coach sprach von „einem schwarzen Tag“, ließ aber keine Selbstgeißelung zu. „Letzte Woche waren wir keine Rugby-Götter, heute sind wir keine Lachnummer. Wir haben zwei historische Siege gegen Schottland und England geholt – das bleibt.“ Die Rede war vom ersten Erfolg gegen die Rose seit 2013 und dem ersten Sieg in Murrayfield seit 2015. Quesada weiß, dass diese Taten nicht einfach wegwischen lassen, selbst wenn die Leistung in Cardiff „unter aller Kanone“ war.

Der Knackpunkt war das Placken-Desaster im ersten Durchgang. Zwei verschossene Versuche bei 0:0, drei kassierte Versuche bei drei gegnerischen Chancen – diese Quote tötet jeden Underdog. „Wir haben Wales eingeladen, und sie haben zugeschlagen“, sagte Kapitän Michele Lamaro knapp. Der Flanker sprach von „Inkonsequenz“ beim Line-Out und der Maul-Verteidigung, von Ballverlusten, die „nicht nur Punkte, sondern auch Selbstvertrauen kosteten“.

Die stunde der wahrheit kommt im juli

Die stunde der wahrheit kommt im juli

Schon am 6. Juli geht’s für die Azzurri nach Tokio, danach nach Auckland und Wellington. Ein Programm, das selbst harte Knochen friert. „Wir wollen zeigen, dass Cardiff eine Ausnahme bleibt“, sagte Federico Ruzza. Der Lock fordert „80-minütige Konzentration, keine 40-minütigen Auftritte“. Die physische Frage nach Müdigkeit weist er zurück: „Wales war einfach klarer, schneller, präsenter – Punkt.“

Die Zahlen sprechen trotzdem für Quesadas Bauernhof-Philosophie: vier Spiele in Folge vor dem Schlussspiel entschieden oder bis zur letzten Minute offen – das war in 24 Jahren Sei Nazioni erst einmal da. Und: 11 Punkte holte Italien, so viele wie seit 2007 nicht mehr. „Wir haben den Kurs nicht verloren, nur einen Stein im Getriebe“, sagt Quesada. Der Coach will den Stein entfernen, nicht den Motor wegwerfen.