Italien: hooligan-gewalt beim wm-qualifikationsspiel!
Ein Schatten liegt über dem italienischen Fußball: Bei der WM-Qualifikationspartie gegen Nordirland in Bergamo im März kam es zu gewalttätigen Aktionen und Einschüchterungen durch radikale Hools. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen und sieben Personen inhaftiert, was die Debatte über die zunehmende Radikalisierung im Umfeld der Nationalmannschaft neu entfacht.

Sieben festnahmen nach ausschreitungen in bergamo
Die Procura di Bergamo hat sieben Haftbefehle wegen des Verdachts auf Gewalt und Einschüchterung im Zusammenhang mit dem Länderspiel gegen Nordirland erlassen. Die betroffenen Personen sollen dem sogenannten “Ultras Italia”-Kartell angehören, einer Gruppierung, die sich laut Ermittlern durch eine extreme rechte Ideologie auszeichnet. Was zunächst als vermeintliche „Fanszuneigung“ begann, entwickelte sich zu einer gezielten Behinderung anderer Zuschauer.
Zeugenaussagen und Videoaufnahmen zeigen, wie Mitglieder der Gruppierung gewaltsam alle Sitzplätze im Zentrum der Südkurve besetzten und damit die legitimen Inhaber zwangen, ihre Plätze zu verlassen. Dabei kam es zu provokanten und einschüchternden Aktionen, die bei vielen Zuschauern, darunter auch Familien mit Kindern, Angst und Unruhe auslösten. Die Polizisten mussten einschreiten, um die Situation zu beruhigen.
Ein besonderes Detail: Ein Täter wurde zudem wegen illegalen Betretens des Stadions ohne Ticket und durch Umgehen der Sicherheitskontrollen zur Anzeige gebracht. Er soll sich an seinen Begleiter angehängt haben, um unbemerkt einzudringen. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die Rolle der sieben Festgenommenen, die entweder als Hauptakteure oder als Koordinatoren der gewalttätigen Aktionen identifiziert wurden.
Die Operation erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den Polizeidirektionen von Rom, Genua, Fermo, Rimini und Pesaro sowie der Zentralen Polizeidirektion für Prävention. Es stellte sich heraus, dass einige der Beschuldigten bereits polizeilich bekannt sind – nicht nur durch frühere Vorfälle im Umfeld von Fußballvereinen, sondern auch aufgrund bestehender Fanverhaltensverbote (DASP). Die Staatsanwaltschaft hat nun die administrativen Schritte eingeleitet, um diese Verbote zu verlängern.
Die Vorfälle in Bergamo werfen ein düsteres Licht auf die Sicherheitsvorkehrungen im italienischen Fußball und unterstreichen die Notwendigkeit, rassistische und gewaltbereite Elemente konsequent zu bekämpfen. Die Freude über den sportlichen Erfolg der Nationalmannschaft wird durch das Verhalten einiger weniger getrübt. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob die Maßnahmen der Sicherheitsbehörden und der Staatsanwaltschaft Wirkung zeigen und ob die Gewalt im italienischen Fußball endgültig eingedämmt werden kann.
