Italia kämpft um fünf em-plätze – oktober entscheidet über milliarden-industrie

Die Uhr tickt. Im Oktober trifft die UEFA in Mailand die Endauswahl für die fünf EM-2032-Spielstätten – und jede Stadt, die dabei ist, kassiert bis zu einer Milliarde Euro Induzierung. Dahinter steckt kein kleiner Deal, sondern eine Schlacht um Image, Tourismus und Baukonzern-Aufträge.

Der Favoritenkreis steht, doch die Reihenfolge ist offen. Turin liefert mit der Allianz Arena bereits das erste komplett abgenickte Dossier ab. Mailand folgt dicht auf: Inter und Milan reisen nächste Woche nach Nyon, präsentieren den europäischen Verbandsbossexen den neuesten Stand für ein komplett neues, vertikales San-Siro-Modell mit 71.500 Plätzen – Fertigstellung 2031, alles auf Privatfinanzierung. Keine staatlichen Bremsen, deshalb Tempo.

Rom, florenz und das napoli-problem

Rom, florenz und das napoli-problem

Roms Olimpico bekommt ein Facelifting, der neue AS-Roma-Tempel in Pietralata soll 60.000 Zuschauer fassen und ist technisch schon so weit, dass die UEFA-Inspektoren bei ihrem Februar-Besuch anerkennend die Kopfhörer abnahmen. Florenz hakt mit dem Franchi nach, 55 Millionen Euro zahlen Stadt und Klub je – nur die Kapazität von 35.000 schwächt die Bewerbung. Salerno, Cagliari, Palermo? Allesamt im Rennen, aber mit kleineren Chancen.

Der größte Bremsklotz heißt Napoli. Kommune und Präsident Aurelio De Laurentiis blockieren sich: die Stadt will das Maradona-Stadion sanieren, der Club will ein komplett eigenes Bauwerk. Erst wenn beide Seiten sich auf einen Masterplan einigen, kann die 200-Millionen-Investition starten. Nächste Woche reist eine städtische Delegation nach Rom, um bei der Figc die letzten Details zu klären – ein Termin, der über die Kandidatur entscheidet.

Die Entscheidung im Herbst wird nicht einfach nur ein Datum im Kalender. Sie markiert, welche italienischen Metropolen sich für die nächste Dekade ins internationale Schaufenster spielen – und welche den Zugang zu einem Geschäft verpassen, das so viel einbringt wie ein halber Jahres-Haushalt kleiner Provinzen. Wer dabei ist, kann sich freuen. Wer draußen bleibt, schaut in die Röhre – und das für mindestens zwölf Jahre, bis die nächste Groß-EM ansteht.