Istanbul-krimi: ea7 verpasst fener-sensation – brooks’ 22 punkte reichen nicht

Ein Korb mehr, und die EuroLeague hätte in Istanbul den nächsten Groschen-Roman geschrieben. Stattdessen steht EA7 Milano mit 75:79 bei Fenerbahçe und muss weiter auf den Sprung in den Play-in-Platz warten. Brooks traf 22 Mal, aber die Türken drehten einen 15-Punkte-Rückstand in einem dritten Viertel, das alles verschluckte – bis auf die Hoffnung der Gäste.

Die erste halbzeit war ein lehrstück, die zweite ein k.o.-haken

Die erste halbzeit war ein lehrstück, die zweite ein k.o.-haken

Mit 37:29 ging Olimpia in die Kabine, hatte die beste Defensive der Liga bei 33 % Feldwurfquote und nur 2/15 Dreiern gedrosselt. Poetas Mannschaft spielte wie auf Bestellung: Wechsel, Switch, Trap – und Brooks als Turbo, der neun Punkte in Serie im 0:11-Lauf erzielte. Das Übel kam danach: drei Ballverluste in Folge, drei Konter-Dunks von Horton-Tucker, der in diesem kurzen Film 11 seiner 23 Punkte sammelte. Plötzlich war Fener wieder drin, das Ülker-Sportevent brüllte, und Milano fand keine Antwort mehr auf die Zone von Coach Itoudis.

Die Zahlen sind gnadenlos: 29 Punkte erlaubte Fener im ersten Durchgang, 50 im zweiten. De Colo und Baldwin trafen aus der Mitteldistanz, Ellis verlor den Ball, Guduric warf vergeblich. Bei 74:65 zwei Minuten vor Schluss war die Geschichte geschrieben, auch wenn die letzten Fouls das Ergebnis kosmetisch schönen. EA7 bleibt bei 16:16, zwei Siege hinter Platz zehn – und nur noch sechs Spieltage, um das Wunder doch noch zu schaffen.

Die Nacht von Istanbul lehrt: Selbst ein perfektes Spiel reicht nicht, wenn die eigene Offensive in der Länge versiegt. Brooks wird sich die 22 Punkte einrahmen, aber er weiß: Sie zählen nur, wenn sie auch gewinnen. Die EuroLeague wartet nicht auf Träumer.