Isner: atp-preisgelder ein witz – sinner bekommt weniger als er!

Miami – Der frühere Tennis-Star John Isner hat die Preisgeldstruktur im ATP-Herrentennis scharf kritisiert. Während die Einnahmen der ATP-1000-Turniere in die Höhe schnellen, erhalten Top-Spieler wie Jannik Sinner und Carlos Alcaraz bei diesen prestigeträchtigen Events inzwischen weniger Preisgeld als noch vor wenigen Jahren. Ein Affront, so der ehemalige Weltranglistenachte, der die Leidenschaft für den Sport gefährdet.

Ein vergleich, der schmerzt: was 2018 noch galt

Isner, der seine Profokarriere 2023 beendete, nutzte einen Podcast-Auftritt, um auf eine seiner Ansicht nach paradoxe Entwicklung hinzuweisen. Er vergleicht seine eigenen Preisgelder aus dem Jahr 2018 in Miami mit denen, die Sinner dieses Jahr erhalten hat. „Als ich 2018 in Miami gewonnen habe, habe ich 1,3 Millionen Dollar bekommen. Jannik Sinner erhält dieses Jahr deutlich weniger!“, so Isner im „Nothing Major Show“-Podcast. Die Diskrepanz ist nicht zu übersehen und wirft ein schlechtes Licht auf die Art und Weise, wie die Einnahmen im Tennis verteilt werden.

Die Preisgelder bei den Grand-Slam-Turnieren steigen zwar kontinuierlich an, doch bei den ATP-1000-Events, den sogenannten Masters, scheint sich ein anderes Bild abzuzeichnen. Zwar ist die Gesamtsumme der Preisgelder gestiegen und wird breiter gestreut, beispielsweise auf frühere Turnierrunden. Doch die Top-Finalisten, die sich über Wochen hinweg durchkämpfen müssen, werden für ihren Erfolg weniger entlohnt. Isner spricht von einem Rückgang der Siegerprämie um rund 200.000 Dollar im Vergleich zu 2018.

Ein zustand, der nicht zu rechtfertigen ist

Ein zustand, der nicht zu rechtfertigen ist

Für den ehemaligen Tennisprofi ist diese Entwicklung nicht hinnehmbar. „Das ist absurd und einfach lächerlich“, so Isner. Er verweist auf einen wirtschaftlichen Widerspruch, da die Tenniswelt gleichzeitig von Rekordzahlen in Monte Carlo und hohen Ticketverkäufen in Indian Wells berichtet. Wie sein Podcast-Kollege Sam Querrey bemerkte, scheinen die Einnahmen ständig zu steigen, während die Spieler, die für diese Erfolge verantwortlich sind, weniger belohnt werden.

Die Forderung nach einer gerechteren Verteilung der Preisgelder wird lauter. Spieler und Organisationen fordern eine Anpassung, die den Erfolg der Athleten angemessen würdigt und gleichzeitig die wirtschaftliche Situation des Tennissports widerspiegelt. Ob diese Forderungen kurzfristig umgesetzt werden können, bleibt abzuwarten, doch die Diskussion ist eröffnet und könnte den Tennissport nachhaltig verändern. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen erkennen, dass die Motivation der Spieler auch von der finanziellen Anerkennung ihrer Leistungen abhängt.