Ismaik schießt gegen 1860: „e.v. hat uns in die vierte liga gedrängt!
München – Der Fall Hasan Ismaik und der TSV 1860 München ist noch lange nicht abgeschlossen. Im exklusiven Gespräch mit BR24Sport hat der Investor schwere Vorwürfe gegen den Verein erhoben und die Deutlichkeit seiner Position unmissverständlich gemacht: Er sieht den e.V. als alleinigen Verantwortlichen für den erneuten Zwangsabstieg.
Der „schwarze mittwoch“ aus ismaiks sicht
Die Ereignisse rund um den 3. Juni, den sogenannten „Schwarzen Mittwoch“, der den Abstieg in die Regionalliga besiegelte, werden von Ismaik völlig anders dargestellt, als es offiziell kommuniziert wurde. Während der Verein die Verantwortung auf die Gesellschafterseite schob, die angeblich Zahlungen verweigert habe, präsentiert Ismaik eine gegensätzliche Version der Geschichte. „Wir haben ihnen den Kredit gewährt und sie haben uns um Mitternacht einen Vertrag gegeben, dass sie das Geld akzeptieren,“ so Ismaik. Diese Vereinbarung sei unter der Bedingung getroffen worden, dass grundlegende Veränderungen im Verein stattfinden würden.
Ismaik betonte, dass es ihm darum ging, den Teufelskreis der finanziellen Notlagen zu durchbrechen und professionellere Strukturen zu schaffen. Er argumentiert, dass kein Unternehmen langfristig überleben könne, wenn es jährlich finanzielle Unterstützung benötige. Die 50+1-Regelung sei demnach keine Hürde gewesen. Doch in der Nacht vor dem „Schwarzen Mittwoch“ soll der Verein plötzlich zurückgerudert sein.
„Um 2:40 Uhr haben sie alles geändert“, behauptet Ismaik. „Sie wollten, dass es die nächsten 15 Jahre so weitergeht.“ Sein „Nein“ zu diesem Szenario habe letztendlich den Zwangsabstieg zur Folge.

Ein affront und kalkül?
Präsident Mang hatte von einer Mail gesprochen, in der die Gesellschafterseite die Verhandlungen für beendet erklärt habe. Ismaik kontert mit der Behauptung, der e.V. habe eine Mail verschickt, in der lediglich gefordert wurde, Geld zu zahlen und den Mund zu halten – ein Affront, wie Ismaik findet. „Ich will den sehen, der so etwas akzeptieren würde, wenn er 15 Jahre lang geduldig geblieben ist“, stellt er klar.
Ismaik vermutet sogar Kalkül hinter dem Zwangsabstieg und hält es für möglich, dass Vereinsmitarbeiter ihn loswerden wollten. Sein Vergleich ist drastisch: „Bei allem, was ich sage, argumentieren sie mit 50+1. Wenn ich nur ‚Kaffeemaschine‘ sage, rufen sie 50+1.“ Er kritisiert die Vereinsführung scharf: „Das große Problem ist nicht das Geld. Das ist seit 15 Jahren vorhanden. Das Hauptproblem ist das Management und die Vereinsführung.“

Verkaufsbereit und eine juristische auseinandersetzung
Ismaik signalisiert weiterhin seine Bereitschaft, seine Anteile zu verkaufen, betont jedoch, dass ihm das Geld dabei nicht entscheidend sei. Vielmehr wünsche er sich einen Investor, der den Verein voranbringen könne. Er sei offen für Verhandlungen, solange der neue Eigentümer das Potenzial von 1860 erkennt und fördert. Parallel dazu bereitet er sich auf den juristischen Kampf gegen den e.V. vor, der durch die einseitige Kündigung des Kooperationsvertrags ausgelöst wurde.
Die Vorwürfe von Hasan Ismaik werden die Gemüter der 1860-Fans weiter anheizen und die Debatte über die Zukunft des Vereins neu entfachen. Eines ist jedoch klar: Der „Schwarze Mittwoch“ und seine Folgen werden den TSV 1860 München noch lange begleiten.
