Iserlohn kämpft um seine schwimmbäder – hoffnungsschimmer nach protesten

Iserlohn atmet auf: Nach dem Fiasko um die Eishallenförderung und wütenden Protesten gegen drohende Freibad-Schließungen gibt es nun neue Hoffnung für die Schwimmbäder der Stadt. Der Stadtrat hat am Dienstagabend grünes Licht für Förderanträge beim Bund gegeben – ein Schritt, der angesichts der angespannten Haushaltslage und der starken Nachfrage nach Fördermitteln alles andere als selbstverständlich ist.

Die eishalle scheitert, die bürger protestieren

Der erste Rückschlag für Iserlohn ereignete sich bei der beantragten Förderung für die Sanierung der Eissporthalle am Seilersee. Formale Fehler im Antrag führten zu einer Ablehnung, obwohl die Stadt mit acht Millionen Euro vom Bund gerechnet hatte. Gleichzeitig standen die Freibäder Schleddenhof und Heidebad vor dem Aus, da der verabschiedete Stadthaushalt keine Mittel für freiwillige Leistungen vorsah. Rund 500 Bürger reagierten mit einer Demonstration in der Innenstadt – ein deutliches Zeichen des Unmuts über die drohende Schließung ihrer geliebten Freibäder.

Ein wettlauf gegen die zeit

Ein wettlauf gegen die zeit

Die Stadtverwaltung reagierte schnell und stellte kurzfristig Zuschüsse aus dem städtischen Haushalt und von stadteigenen Unternehmen bereit, um den Betrieb der Freibäder für diese Saison zu sichern. Allerdings fordern die Vereine nun langfristige Verträge statt der jährlichen Unsicherheit. Jetzt wird erneut ein Anlauf genommen – diesmal für den Neubau von je zwei Lehrschwimmbecken im Seilerseebad und Aquamathe.

Die chancen stehen mau – aber iserlohn gibt nicht auf

Die chancen stehen mau – aber iserlohn gibt nicht auf

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 22,7 Millionen Euro, wovon knapp 14,8 Millionen Euro aus Bundesmitteln finanziert werden sollen. Das Problem: Das Programm ist 21-fach überzeichnet, was bedeutet, dass 21 Mal so viele Anträge gestellt wurden, wie Gelder zur Verfügung stehen. Die Chancen sind also gering, aber die Stadtverwaltung will kämpfen und hat bereits einen neuen Antrag eingereicht. Die Entscheidung des Rates am Dienstag wird entscheidend sein.

Die Geschichte der Schwimmbäder in Iserlohn ist ein Spiegelbild der aktuellen Herausforderungen vieler Kommunen: Haushaltsknappheit, steigende Kosten und eine wachsende Nachfrage nach öffentlichen Einrichtungen. Ob Iserlohn am Ende erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Der Kampf für die Schwimmbäder ist ein Kampf für die Lebensqualität der Bürger und für den Erhalt des gesellschaftlichen Zusammenhalts.