Iran vor wm 2026: krieg versetzt fifa in ausnahmezustand – nachrücker schon in startlöchern
Die Raketen waren noch nicht gelandet, da fragte sich der Fußball-Weltverband schon: Wer spielt eigentlich, wenn der Iran nicht darf? Am 26. März 2026 treffen in New York und Teheran diplomatische Fronten aufeinander, die sich seit 1979 kennen – nur diesmal steht der Schauplatz nicht im UN-Sicherheitsrat, sondern auf dem Rasen. Die FIFA hat den Knoten noch nicht durchstoßen, doch hinter den Kulissen laufen die Uhren heiß.
Die task-force, die keinen plan hat
Andrew Giuliani, Sohn des einstigen Trump-Anwalts, twitterte nach den ersten Luftschlägen lediglich: „Morgen kümmern wir uns um Fußballspiele.“ Das war’s. Keine Durchführungsverordnung, keine Krisen-SOP, nur ein Satz, der klingt, als wäre die WM ein Picknick, das wegen Regen ins Wohnzimmer verlegt wird. Die FIFA drückt sich seitdem in Schweigen. Generalsekretär Mattias Grafström murmelte in Cardiff etwas von „frühem Stadium“, was in Verbandssprache heißt: Wir haben keine Ahnung, wann die Bombern aufhören, und erst recht keine, wie wir Spiele zwischen US-Gastgebern und einem Land verlegen, mit dem die USA offiziell Krieg führen.
Die Statuten sind ein Flickenteppich. Artikel 83/4 besagt: „Grundsätzlich darf keine Mannschaft ausschließen werden, weil ihre Regierung nicht mit der des Gegners kann.“ Artikel 83/5 aber erlaubt Sicherheitsausschlüsse, wenn „hohe politische Spannungen die Infrastruktur gefährden“. Trump hat bereits verkündet, alle iranischen Staatsangehörigen würden ab 1. Mai „heightened vetting“ unterzogen. Das heißt: Selbst wenn die FIFA will, dürften Spieler und Delegation die Staatsgrenze nicht passieren.

Der verband, der sich selbst im aus verkriecht
Mehdi Taj, Präsident des iranischen Verbands, klang in der Nacht nach Chameneis Tod, als hätte ihm jemand das Mikrofon weggenommen. „Sicher ist, dass wir nach diesem Angriff nicht hoffnungsvoll auf die WM blicken“, sagte er gegenüber Varzesh3. Kein Boykott, kein Rückzug, nur die resignative Feststellung, dass die Reise ohnehin nicht stattfinden wird. Die 40-Tage-Trauer verbietet Testspiele bis Ende April, das Turnier in Jordanien ist geplatzt. Irans Teamarzt postete heimlich ein Foto leerer Trainingshütten – gelöscht nach fünf Minuten, weil Staatstrauer auch Instagram betrifft.
Die Spieler schweigen. Alireza Jahanbakhsh antwortete auf Nachfrage lediglich mit einem Blick, der sagte: Fragt lieber nicht. Das Regime hat ihnen eingebläut, jeder Satz kann als „Propaganda gegen das System“ gewertet werden. Strafmaß: bis zu fünf Jahre. Ali Karimi, einst Bayern-Techniker, feierte vom kalifornischen Exil aus den Tod des Ajatollahs mit einer Instagram-Story voller lachender Emojis. Für die Mannschaft ist er Verräter, für das Regime ohnehin. Zwischen diese Fronten wird ein Ball rollen müssen – oder eben nicht.

Die nachrücker, die schon koffer packen
Irak und VAE haben ihre A- und B-Listen aktualisiert, die Tickets gebucht, die Visaanträge liegen bereit. Grund: Die FIFA-Kompetenz „Event & Security“ hat beiden Verbänden signalisiert, dass bei Rückzug des Iran „die asiatische Qualifikationslogik“ greift. Heißt: Wer zuletzt gescheitert ist, rückt nach. Der Irak müsste seine interkontinentalen Play-offs gegen Neuseeland gewinnen, um frei zu werden; die VAE warten als zweiter Anwärter. Die Prämie: 1,5 Millionen Dollar Startgeld plus 800 000 für Vorbereitung. Gezahlt wird aus der Iran-Kaution, sollte der Verband freiwillig kündigen.
Die Strafen sind bereits kalkuliert: 250 000 Schweizer Franken plus Rückzahlung der Vorbereitungskosten, wenn der Rückzug vor 30 Tagen erfolgt; danach 500 000. Und: Die Sperre für 2030 steht im Raum. Für Taj wäre das ein Todesstoß, denn die WM 2030 in Marokko-Portugal-Spanien gilt als letzte Chance, iranische Präsenz auf Weltbühne zu sichern. Ohne sie verlöre der Verband rund 30 Millionen Euro an Fernseh- und Sponsorengeldern – Geld, das die Staatskasse dringender braucht als je zuvor.
Die frage, die niemand laut stellt
Wer trägt eigentlich das Trikot, wenn Krieg das Spielfeld bestimmt? Die Antwort lautet: Die FIFA wird bis zur letzten Minute warten, weil Absagen nicht ins Marketingkonzept passen. Die USA wollen keine Eskalation vor eigenem Publikum, der Iran wagt keinen offenen Boykott. Die Lösung wird heißen: „sicherheitsbedingter Verzicht“, formuliert von Juristen, unterschrieben unter dem Jubel von Irak oder VAE. Die Fans in Teheran werden es ohnehin nicht live sehen – US-Visa gibt es seit Jahren keine mehr. Die Bildschirme bleiben schwarz, die Stadien fern. Und irgendwo zwischen Arlington und Teheran schlägt ein Ball verloren im Netz ein – ein Phantomtor für eine Mannschaft, die nie antreten durfte.
