Iran droht wm-boykott – trump versagt schutz, mexiko soll retten

Die iranische Nationalmannschaft will nicht in die USA. Präsident Trump erklärte öffentlich, er könne „Leben und Sicherheit“ der asiatischen Delegation nicht garantieren. Die Antwort von Teheran: Dann spielen wir eben in Mexiko.

Mehdi taj bestätigt fifa-gespräche

Mehdi Taj, Präsident des iranischen Fußballverbandes, sagte gestern via Botschaftskanal in Mexiko-Stadt: „Weil Trump ausdrücklich erklärt hat, die Sicherheit unserer Nationalmannschaft nicht gewährleisten zu können, werden wir sicher nicht in Amerika auftreten.“ Die FIFA bestätigte, dass ein formeller Antrag auf Verlegung aller Iran-Spiele in das benachbarte Mexiko eingegangen ist. Die Deadline für den Gruppenmodus liegt in 97 Tagen.

Los Angeles und Seattle waren ursprünglich für die Partien gegen Neuseeland, Belgien und Ägypten vorgesehen. Die Stadien sind ausverkauft, Flug- und Hotelkapazitäten blockiert. Ein Umschwenken auf mexikanische Arenen würde die ohnehin komprimierte Logistik der tri-nationalen WM zusätzlich belasten. FIFA-Insider sprechen von „minimalsten Chancen“, weil Gruppengegner und TV-Partner bereits ihre Reisepläne fixiert haben.

Die diplomatische Eskalation hin oder her – die US-Regierung sieht im Iran einen Schurkenstaat, Teheran wirft Washington Völkerrechtsbruch vor. Der Sport gerät zum Spielball. Trump hatte argumentiert, man dürfe „ein Land, das US-Stützpunkte attackiert“, nicht mit einem roten Teppich empfangen. Die iranische Revolutionsgardenführung kontert, dass ohne Garantie „kein einziger Spieler die amerikanische Grenze überqueren wird“.

Was passiert, wenn die fifa blockt?

Was passiert, wenn die fifa blockt?

Fallstricke gibt’s en masse. Erstens: Die Gruppenphase läuft parallel in Kanada, Mexiko und den USA – wer die K.o.-Runde erreicht, kann nicht erzwungenermaßen ausweichen. Zweitens: Ein vollständiger Austausch der Spielorte würde Fernsehverträge kosten, die sich über Jahre hinweg verhandelt haben. Drittens: Sponsoren drohen mit Klagen, sollten Matches aus Sicherheitsgründen verlegt werden. Die FIFA hält sich bedeckt: „Wir prüfen alle Optionen, um eine faire und sichere Teilnahme aller 48 Teams zu garantieren“, lautet die offizielle Linie.

Für Iran wäre ein Boykott bitter. Nach 24 Jahren gelang die Qualifikation erst im Januar via Play-off-Sieg gegen Jordanien. 120 000 Fans feierten in Teheran ein Volksfest – ein Bild, das die Regierung gern als Beweis für Normalisierung nutzt. Ein Rückzug würde die asiatische Confederationspiraten-Quali öffnen; der Irak lauert als nächster Nachrücker.

Blick nach vorn: Die FIFA will bis Ostern entscheiden. Sollte Mexiko zusagen, stünden Stadien in Monterrey und Guadalajara bereit. Die Kapazitäten sind vorhanden – die politische Brisanz auch. Denn ein Iran-Spiel ohne US-Einreise ist noch längst kein Iran-Spiel ohne US-Debatte.