Ioc-entscheidung: leichtathletik-weltverband bleibt hart gegenüber belarus

Ein überraschender Knacks in der internationalen Sportpolitik: Während das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Sanktionen gegen belarussische Athleten gelockert hat, hält der Leichtathletik-Weltverband World Athletics eisern an seinen Beschränkungen fest. Sebastian Coe, der mächtige Präsident des Verbandes, setzt auf eine Linie der Kontinuität, die im Widerspruch zur jüngsten Entscheidung des IOC steht.

Die entscheidung von world athletics: ein zeichen des widerstands

Die Ankündigung kam ohne großes Tamtam, doch ihre Auswirkungen sind immens. World Athletics erklärte, dass der Rat des Verbandes weiterhin hinter der Entscheidung von März 2022 steht, die Athleten aus Belarus und Russland aufgrund des russischen Einmarsches in die Ukraine von Wettkämpfen ausgeschlossen hat. Diese Entscheidung, die 2023 und erneut im vergangenen Jahr überprüft wurde, soll erst dann neu bewertet werden, wenn „konkrete Fortschritte in Richtung Friedensverhandlungen“ erkennbar sind. Ein Sprecher des Verbandes betonte gegenüber der „Times“, dass der Rat in dieser Frage geschlossen handele.

Coe’s Haltung: Solidarität mit der Ukraine Der Weltverbands-Präsident, der selbst IOC-Mitglied ist, hat vor den Olympischen Spielen 2024 in Paris einen Besuch in der Ukraine unternommen. Dabei traf er sich mit Athleten und Präsident Selenskyj, um seine Solidarität zu demonstrieren. Diese Geste unterstreicht die tiefe Überzeugung Coes, dass der Sport im aktuellen geopolitischen Kontext eine klare Position beziehen muss.

Das ioc geht eigene wege: belarus darf wieder starten

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Im Gegensatz dazu hat das IOC beschlossen, die Sanktionen gegen Belarus aufzuheben. Athleten aus dem Land dürfen ab sofort wieder unter ihrer eigenen Flagge und mit ihrer eigenen Hymne an internationalen Wettkämpfen teilnehmen. Die Entscheidung der Exekutive unter der Leitung von Präsidentin Kirsty Coventry signalisiert eine pragmatischere Herangehensweise, die jedoch auf heftige Kritik gestoßen ist.

Die Diskrepanz zwischen den Entscheidungen des IOC und World Athletics wirft Fragen auf. Während das IOC versucht, einen Weg zurück zur Normalität zu finden, bleibt World Athletics standhaft in seiner Ablehnung, die Prinzipien der Fairness und des Sportsachens zu kompromittieren. Die Zukunft wird zeigen, ob diese unterschiedlichen Ansätze zu weiteren Spannungen führen werden, oder ob sich ein Weg zur Konsensfindung auftun wird. Fest steht: Der Leichtathletik-Weltverband sendet mit seiner Entscheidung ein deutliches Signal an den internationalen Sport.