Iñigo pérez landet in vila-real – 72 stunden, die das submarino neu kalibrieren
Iñigo Pérez tritt heute Morgen auf spanischen Boden und spürt sofort die Hitze der Provinz Castellón. Keine Übergangsphase, kein Sommerloch: der 37-jährige Navarro übernimmt ein Villarreal, das sich zwischen Champions-League-Träumen und der nüchternen Tatsache bewegt, dass sieben Profis bis Mitte Juli die Vorbereitung verpassen werden. Seine erste Entscheidung fällt bereits um 14 Uhr, wenn er sich auf dem Pressepodest gegenüber Fernando Roig Negueroles und Miguel Ángel Tena versammelt und die Linien für die kommenden acht Wochen vorgibt.
Wen wird pérez zuerst anrufen?
Die interne Hitliste auf seinem Handy verrät mehr als jedes offizielle Statement. Gerard Moreno steht oben, denn der Captain ringt mit sich, ob eine letzte große Gehaltsanpassung seine Loyalität übersteigt. Dahinter Yéremy Pino, der trotz 38-Millionen-Klausel und Premier-League-Gerüchten lieber bei seinem Heimatklub bleiben würde – wenn Pérez ihm ausdrücklich die Rolle als Leitfigur zusichert. Drei weitere Namen sind rot markiert: Lo Celso, Baena und Coquelin. Hier wartet der Trainer nicht auf Berater-Ansrufe, er will sie persönlich im Trainingslager von San Pedro del Pinatar vor sich.
Das Timing ist brutal. Während Pérez seine Linien zieht, laufen in Australien und Neuseeland drei Villarreal-Talente bei der U20-WM auf. Ilias Akhomach und Jorge Pascual fehlen dem Coach bis mindestens 2. Juni – genau in der Woche, in der die Testspielplanung finalisiert wird. Die Lösung: eine verlängerte Einladung an den Ciudad Deportiva Pamesa. Dort tritt dieses Wochenende die Liga Future an, ein Turnier, das Pérez nutzen will, um Filip Jörgensen und Alex Baena in Führungsrollen zu pressen und gleichzeitig Diego Collado sowie Carlo Adriano unter Wettkampfstress zu testen.

Der plan, der erst in zwei wochen heiß wird
Die wahre Präsentation findet nicht im Pressesaal statt, sondern am 19. Juli gegen Reading FC. Dort will Pérez erstmals seine neue Pressing-Schablone zeigen: eine 4-3-3-Variante, die statt des klassischen Doppelsechs-Blocks eine flache Dreierkette vor der Abwehr formt und die Außenverteidiger als temporäre Achter einsetzt. Wenn Juan Foyth und Alfonso Pedraza in diesem System bereits in der ersten Halbzeit 78 Ballaktionen absolvieren, hat der Trainer seine Idee durchgesetzt. Wenn nicht, wartet eine Kabine voller Champions-League-Sieger, die nicht gewillt sind, ihre Gewohnheiten über Nacht abzulegen.
Die erste echte Zahl steht bereits fest: 1,3 Millionen Euro – so hoch fiel die Bonuszahlung aus, die Villarreal an Osasuna überwies, als Pérez vor fünf Tagen seinen Vertrag auflöste. Der Club zahlt nicht nur für eine Handschrift, sondern für eine sofortige Reaktion. Denn wer im Sommer 2023 den Aufstieg in die europäische Spitze nicht konsolidiert, verspielt schnell den Ruf als Talenteschmiede. Pérez weiß das, Roig weiß das – und deshalb beginnt der Countdown jetzt, nicht in zwei Wochen.
