Infantino verteidigt wm-chaos – und weckt trump-vergleiche
Die Vorfreude auf die WM 2026 in Nordamerika wird von einer Lawine an Problemen überschattet. Und mittendrin: FIFA-Präsident Gianni Infantino, dessen jüngste Pressekonferenz international für Kopfschütteln sorgte. Während die Welt sich auf das größte Fußballturnier der Geschichte vorbereitet, offenbarte Infantino eine erschreckende Realität: explodierende Ticketpreise, Visa-Chaos und ein somalischer Schiedsrichter, dem das Reisen verwehrt blieb – alles nur „kleine Hürden“ auf dem Weg zu einer „glorreichen FIFA-Zukunft“, so seine Worte.
Trump-echos und kritik aus aller welt
Die Erinnerung an Infantinos bizarre Äußerungen vor der WM in Katar, als er sich in die Rollen von Katarer, Araber, Homosexueller und Behinderten versetzte, schwebte wie ein Damoklesschwert über der aktuellen Pressekonferenz. Ein solches Sideshow blieb aus, doch die internationale Presse zeigte sich alles andere als beeindruckt. The Athletic aus den USA sprach von einer „unsichtbaren Schwelle“, die überschritten sei – einer Weltmeisterschaft, die einem „Todesstern“ gleicht. Im britischen Independent wurde Infantinos Auftreten gar mit dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump verglichen, wobei der Vorwurf kam, er verhalte sich bis zu dem Punkt, dass er tatsächlich wie Trump klinge. „Er kann alles sagen. Ernsthafte Einwände werden nicht zugelassen“, so die scharfe Kritik.

Ticketpreise, visa-chaos und ein schiedsrichter ohne reisepass
Die Themen, die Infantino ausweichen musste, waren brisant. Die explodierenden Ticketpreise, die für viele Fans unerschwinglich geworden sind, wurden von ihm mit dem „einzigartigen Erlebnis“ einer WM entschuldigt. Ein Argument, das von Récord aus Mexiko ebenso kritisch aufgenommen wurde. Das Visa-Chaos für Fans und Offizielle sowie der Fall des somalischen Schiedsrichters Omar Artan, dem die Einreise verweigert wurde, zeigten die organisatorischen Schwächen des Turniers deutlich. Infantino betonte zwar, dass er „keinen Einfluss auf geopolitische Entwicklungen“ habe, doch seine Antworten wirkten angesichts der Probleme bestenfalls ausweichend.

Einmal mehr infantino im rampenlicht
„Wir haben über 6 Millionen Tickets verkauft, die Anfrage war unglaublich“, verteidigte sich Infantino bezüglich der Ticketpreise, während er gleichzeitig die Legalität des Zweitmarktes betonte. Seine Aussage über seine Beziehung zu Donald Trump, die er als „großartig“ bezeichnete und die er als essentiell für die Ausrichtung der WM in den USA ansieht, ließ weitere Fragen offen. Die Ankündigung, dass alle Spieler, inklusive der Ersatzspieler, zukünftig während der Hymnen-Zeremonie auf dem Platz stehen werden, sei ein Ergebnis eines Gesprächs mit Alessandro Del Piero, versuchte Infantino, den Fokus von den eigentlichen Problemen abzulenken.
Die WM 2026 steht vor der Tür, doch an keinem der Austragungsorte ist eine allgemeine Euphorie zu spüren. Proteste, Razzien und Schießereien überschatten den Start des Turniers. Gianni Infantino mag von einer „spektakulären“ Weltmeisterschaft träumen, doch die Realität sieht düsterer aus. Die FIFA muss nun beweisen, dass sie die Herausforderungen meistern und das Turnier trotz aller Widrigkeiten zu einem Erfolg machen kann. Denn eines ist klar: Die Welt blickt genau hin.
