Hsv: rettungsversuch verpatzt – personalsituation belastet weiterhin
Der Hamburger SV hat am Samstag zwar vor dem Anpfiff einen kleinen Schritt in Richtung Rettung gemacht, doch auf dem Platz blieb die Misere bestehen. Gegen die TSG Hoffenheim kassierte das vom Verletzungspech geplagte Team die sechste Niederlage in Serie und demonstrierte erneut die deutlichen Schwächen, die durch die dünne Personaldecke noch verstärkt werden.

Die tabelle lügt – aber die leistung nicht
Während der 0:2-Erfolg Paulis in Heidenheim und das 0:0 Wolfsburgs gegen Mönchengladbach den HSV vor dem Spiel in eine etwas komfortablere Position brachten, konnte das Team von Merlin Polzin nicht profitieren. Das 1:2 gegen Hoffenheim verdeutlichte einmal mehr: Es fehlt an Stabilität und an der nötigen Durchschlagskraft, um in der Bundesliga zu punkten. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt zwar noch fünf Punkte und das Torverhältnis ist besser, doch die Art und Weise, wie die Mannschaft auftritt, nährt Zweifel an der Rettung.
Mikelbrencis' Patzer entscheidet die Partie
Besonders bitter war der Aussetzer von William Mikelbrencis. Der Franzose, der aufgrund der Ausfälle in der Innenverteidigung auf der linken Schiene zum Einsatz kam, produzierte nicht nur zwei entscheidende Fehler vor den Gegentoren, sondern wirkte über das gesamte Spiel hinweg unsicher und passiv. Seine Stellungsfehler und sein fehlendes Stellungsbewusstsein stellten die Abwehr immer wieder vor Probleme. Die Tatsache, dass er Vladimir Coufal vor der Flanke zur Führung Hoffenheims aus den Augen ließ, war schlichtweg unentschuldbar.
„Wir kriegen die Gegentore zu einfach“, bemühte sich Nicolai Remberg in der Pressekonferenz um diplomatische Formulierungen. Doch auch er musste einräumen, dass Mikelbrencis' Leistung weit unter dem erforderlichen Niveau lag. Die Mannschaft als Ganzes wirkte limitiert, was vor allem an der Vielzahl an Ausfällen lag. Die fehlenden Stammkräfte sind nicht zu ersetzen, und so kämpft der HSV gegen seine eigene Situation.
Es ist ein seltsames Gefühl: Der HSV hat drei Spiele vor Saisonende einen komfortablen Vorsprung auf die Abstiegsplätze, aber es sieht nicht danach aus, als würde sich das Team selbst retten. Vielmehr scheint es darauf hinauzulaufen, dass die Konkurrenz und insbesondere der Stadtrivale St. Pauli den HSV in der Tabelle retten werden.
Merlin Polzin, obwohl sichtlich unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, betonte: „Wir müssen uns nicht dafür entschuldigen, dass wir fünf Punkte Vorsprung haben. Denn wir haben dafür auch etwas getan.“ Ein Appell an seine Spieler, sich nicht von der komfortablen Situation blenden zu lassen und noch einmal alles zu geben. Doch die Frage ist, ob das angesichts der personellen Lage und der gezeigten Leistungen reicht.
Die kommenden Spiele gegen Frankfurt, Freiburg und Leverkusen werden entscheidend sein. Es bleibt abzuwarten, ob der HSV in der Lage ist, die notwendige Stabilität und den Kampfgeist zu finden, um sich doch noch zu retten. Zumindest die Hoffnung stirbt zuletzt – auch wenn sie in dieser Saison immer schwächer wird.
