Hsv patzt: platzverweis und verpasste chance auf rettung
Hamburg – Ein Schrittchen statt eines großen Sprungs: Der Hamburger SV hat gegen den FC Augsburg zwar einen Punkt geholt, doch die dringend benötigte Euphorie blieb aus. Ein Platzverweis gegen Miro Muheim und eine schwache erste Hälfte trugen dazu bei, dass der HSV die Chance auf einen wichtigen Sieg verpasste. Die Verpflichtung von Robert Glatzel als Spitze deutete auf eine neue Taktik hin, die allerdings nicht den erhofften Erfolg brachte.
Muheims fehlentscheidung bremst den hsv
Die Partie nahm bereits in der ersten Hälfte Fahrt auf, doch der HSV fand kaum in die Partie. Nach dem Ausgleichstreffer zum 1:1 war es dann Miro Muheim, der durch einen unglücklichen Stolperer in Anton Kade einen Platzverweis erhielt. Schiedsrichter Deniz Aytekin zögerte nicht und schickte den Linksverteidiger vom Platz, womit die Angriffsmaschinerie des HSV abrupt zum Stillstand kam. Muheim selbst verfolgte die restlichen Minuten des Spiels am Fernsehbildschirm in der Kabine und äußerte sich anschließend kritisch zum Ergebnis: „Wir hatten uns mehr als ein 1:1 vorgenommen.“

Glatzel zeigt reaktion, aber hsv verliert die kontrolle
Nach seiner Suspendierung durch Trainer Tim Walter, die auf eine öffentliche Kritik am Verein zurückzuführen war, durfte Robert Glatzel am Samstag von Anfang an spielen. Die Entscheidung von Polzin, Glatzel als Wandspieler einzusetzen, erwies sich zunächst als richtig. Glatzel bereitete das Tor von Ransford Königsdörffer vor und zeigte eine solide Leistung. „Bobby hat sein klares Profil. Er hat es teilweise richtig gut gemacht, das Tor gut vorbereitet, er hilft uns als Wandspieler“, lobte Polzin. Doch auch Glatzels Auftritt fand ein abruptes Ende, als Muheim rot sah.

Taktische anpassungen und ein müder hsv
Nach Muheims Platzverweis reagierte Polzin mit personellen Wechseln, brachte Giorgi Gocholeishvili und Albert Gönbaek, um vor allem Stabilität in die Defensive zu bringen. Ein Plan, der aufging, auch wenn der HSV im weiteren Verlauf des Spiels zunehmend an Kraft verlor. Die schwache erste Hälfte, in der dem HSV Tempo und Tiefe fehlten, wie Polzin ehrlich zugab, nagt an den Nerven. „Damit war ich nicht einverstanden, wir waren zu fahrig, hatten zu wenig tiefe Laufwege.“
Der Punkt gegen Augsburg reichte zwar, um den HSV auf seiner Reise Richtung Rettung voranzubringen, doch die Leistung war alles andere als überzeugend. Mit nur einem Sieg aus den letzten sieben Partien muss der HSV weiterhin hart kämpfen, um die Klasse zu halten. Die stotternde Annäherung an die Ziellinie zeigt, dass die Aufgabe noch lange nicht erledigt ist. Es bleibt abzuwarten, ob der HSV in den kommenden Spielen die nötige Konstanz findet, um den Abstiegskampf erfolgreich zu bestreiten.
