Hsv hamburg bekommt lizenz ohne auflagen – hüneburg nennt es den „nächsten meilenstein“

Der Handball Sport Verein Hamburg darf durchatmen. Die HBL hat dem Klub die Lizenz für 2026/27 ohne jede Einschränkung erteilt – ein Schritt, der nach dem Schuldenschnitt und dem positiven Eigenkapitalausweis im vergangenen Dezember kaum mehr als Formsache war, aber viel Gewicht hat.

Warum die entscheidung mehr ist als ein stempel auf papier

Christian Hüneburg, Geschäftsführer des HSV, spricht offen von einem „Meilenstein in der Konsolidierung“. Das klingt nach PR-Sprech, trifft aber den Nagel auf den Kopf. Ohne Lizenz kein Spielbetrieb, ohne Spielbetrieb keine TV-Gelder, ohne TV-Gelder kein nachhaltiges Sanierungskonzept. Die Bewilligung im ersten Anlauf und ohne Auflagen beweist: Die Prüfer glauben wieder an die Zahlungsfähigkeit des Traditionsklubs.

Doch Hüneburg will die Euphorie bremsen. „Vertrauen entsteht durch konkrete Arbeit, nicht durch Pressemitteilungen“, sagt er. Gemeint ist die neue Berichtskette, monatliche Cashflow-Updates und ein externes Controlling, das die HBL seit Januar online einsehen kann. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: nach dem Fünf-Jahres-Tief bei den Personalkosten 2023/24 steigt die operative Marge erstmals wieder über zwei Prozent.

Was der freibrief für die liga bedeutet

Was der freibrief für die liga bedeutet

Die Lizenzvergabe zeigt einmal mehr die Schere innerhalb der Bundesliga auf. Während der HSV seine Haustür aufbekommt, müssen nach HBL-Angaben „einige wenige“ Klubs Auflagen erfüllen – Stichwort Nachschusspflicht oder Sicherheiten für Spielergehälter. Die Namen werden nicht genannt, das Procedere ist vertraulich. Klar ist: Wer jetzt nachsteuern muss, verliert Spielraum im Transferpoker.

Für Hamburg dagegen tickt eine andere Uhr. Mit der Lizenz in der Tasche kann das Management die Kaderplanung vorziehen. Verträge für 2026/27 dürfen offiziell unterschrieben werden, Sponsoren erhalten Planungssicherheit. Die nächste große Hürde: die Qualifikation für die europäischen Plätze. Aktuell liegen die Hanseaten auf Rang sieben – drei Punkte hinter dem EH Aue, der als Sechster die letzte internationale Startposition hält.

Die Botschaft ist einfach. Der HSV Hamburg ist nicht nur wieder solvent, er will auch sportlich nach vorn. Die Lizenz ist das Ticket, nicht das Ziel.