Hsg wetzlar setzt auf doppel-power: engel-brüder übernehmen athletik

Die HSG Wetzlar schlägt ein neues Kapitel auf. Ab Sommer bestimmen Philipp und Patrick Engel über Kraft, Sprint und Sprungkraft der HBL-Truppe – zwei Brüder, ein Studio, null Kompromisse.

Von der region, für die region

Die beiden Wetzlarer kennen jeden Handballplatz zwischen Lahn und Dill. Sie spielten bei der HSG-Nachwuchsarbeit, später für den TV Hüttenberg, und wandeln jetzt zurück in die Halle – diesmal mit Stoppuhr und Kraftmessplatte. Ihre Vita: Sportwissenschaft, zehn Jahre Praxis, eigenes Performance-Lab im Gewerbegebiet. Keine externe Berater, keine Halbgas-Lösung.

Matthias Ott packt indessen die Eishockey-Taschen. Drei Jahre lang ließ er die HSG-Sprinter länger durchdrehen, jetzt zieht es den 44-Jährigen zu den Löwen Frankfurt. Bis zum letzten Pfiff der laufenden Saison bleibt er an Bord, dann übergeben die Schlüssel an das Bruder-Duo.

Was sich für die spieler ändert

Was sich für die spieler ändert

Im neuen Lab stehen 3-D-Kraftmessfelder, mobiles EMG und ein Sprint-Gate – Daten statt Bauchgefühl. Die Engel-Brüder setzen auf Mikrozyklus-Planung: jede Belastung wird 24 Stunden später gegen den individuellen Grundwert geprüft. Wer über der roten Linie landet, fliegt raus aus dem Kader – kein Diskussionsbedarf. So entstand bei Einzelathleten bereits ein Plus von 8 % Explosivkraft innerhalb eines Vier-Wochen-Blocks.

Michael Allendorf, Sport-Geschäftsführer, nennt die Verpflichtung „eine klare Wette auf Wissenschaft statt Erfahrungswerte“. Geschäftsführer Björn Seipp bedankt sich bei Ott für „rund 1.000 individuelle Einheiten“ und einen Verletzungsrekord, der seit zehn Jahren nicht mehr erreicht wurde.

Die Botschaft an die Konkurrenz: Wer in Wetzlar künftig Gas gibt, trifft auf einen Gegner, dessen Körper schon morgens weiß, wie schnell er abends laufen darf. Die Liga sollte sich warmmachen.