Hsg hanau zerquetscht tv homburg mit 38:26 – abstiegsangst wird zur gefahr

Die Handballer des TV Homburg verlassen Hanau mit einem blutigen 26:38 und dem Gefühl, dass die 3. Liga ihnen langsam aber sicher durch die Finger rutscht. Nach zehn Minuten stand es 6:6, dann rissen die Rhöner ihr Spiel in Stücke.

Grabac trifft, aber hanau trifft öfter

Ante Grabac verwandelte alle vier Siebenmeter, Robin Egelhof warf sechs Tore – und dennoch wirkten die Gäste wie ein Verein, der sich selbst nicht mehr glaubt. Die HSG setzte prompte Gegenstöße, fand mit Filip Schauer einen Kreisläufer, der jeden zweiten Ball versenkte, und baute bis zur Pause auf 19:10 ab. Die zweite Hälfte wurde zu einer Art Schaukelpartie: Homburg kam auf 18:24 heran, kassierte daraufhin aber wieder drei Gegentore in 90 Sekunden. Der Vorsprung schmolze nie unter acht Tore.

Die Statistik ist gnadenlos: 52 % Fangquote der Homburger Abwehr, dazu 14 technische Fehler – so viele wie zuletzt vor zwei Jahren in Lübbecke. Trainer Andreas Schmitt sprach nach Abpfiff von „einer Leistung, die sich nicht erklären lässt“, klang aber weniger wütend als resigniert.

Tabellenkeller wird eng

Tabellenkeller wird eng

Mit nun 12:26 Punkten rutscht der TVH auf Platz 17 ab, nur zwei Zähler trennen ihn vom sicheren Abstiegsplatz. Die nächsten Gegner: HSG Kärtnen daheim, dann Relegationskandidat TUSEM Essen auswärts. Verliert Homburg beide Partien, kann der Rückstand auf das rettende Ufer auf fünf Punkte anwachsen – bei noch fünf Spielen. Die Saison ist nicht verloren, aber die Anspannung im Verein spürbar: Die Geschäftsstelle bestätigte am Sonntag interne Krisengespräche, Verstärkung für die Abwehrmittelposition soll „kurzfristig“ kommen.

Für Hanau war es der vierte Sieg im fünften Spiel – der Tabellenvierte kann wieder von Aufstieg träumen. Für Homburg bleibt der bittere Nachgeschmack einer Niederlage, die keine Fragen offen ließ. Die Mannschaft muss nun beweisen, dass sie nicht nur werfen, sondern auch kämpfen kann. Die Uhr tickt laut.