Hoffmann fliegt nicht mehr: skispringer stoppt nach oslo-schreck, horngacher zieht konsequenzen
Der Wind peitschte
über die Schanze, die Kamera zoomte auf Felix Hoffmanns Gesicht – und in diesem Moment wusste der 28-Jährige: Das war’s. Nach dem Beinahe-Crash in Oslo zieht der beste deutsche Skispringer des Winters die Notbremse und verpasst die Saison-Ende-Turbulenzen in Vikersund und Planica.Das bestätigte Bundestrainer Stefan Horngacher am Mittwoch gegenüber der SID. „Felix beendet die Saison und wird statt Skifliegen ein gezieltes Kraft- und Stabilisationsprogramm absolvieren“, sagt der Österreicher, der nach der Heim-WM im März den Posten räumt. Für Hoffmann rückt der Berchtesgadener Ben Bayer ins Weltcup-Aufgebot.
Die formkurve zeigt nach unten – und der springer reagiert
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Vier Podestplätze vor Weihnachten, danach nur noch Platz 18 als bestes Resultat. In Oslo wurde es dramatisch. Windböen hoben Hoffmann in der zweiten Runde schräg, er rutschte auf der Schanke ab, fing sich in letzter Sekunde. Olympiasieger Philipp Raimund verzichtete daraufhin auf seinen zweiten Sprung – und erhielt Lob aus der eigenen Reihe.
„Philipp hat richtig gehandelt. Ich wäre an dem Tag auch nicht noch mal runter“, schreibt Hoffmann in seiner Kolumne auf Sport.de. Der Satz, der durch die Skispringer-Whatsapp-Gruppen geht: „Die Gesundheit hat Vorfahrt, egal wie viel Sendezeit und Werbegelder im Spiel sind.“

Die branche schweigt – hoffmann nicht mehr
Der Verzicht auf Vikersund und Planica kostet Punkte, Prämien, mögliche Siege. Doch Hoffmann akzeptiert das, um „die Grundlagen wieder sauber zu setzen“, wie Horngacher betont. Der Coach lobt die Entscheidung: „Er hat Prioritäten gesetzt, das ist reif.“
Die Konsequenz: Statt auf der Kulm-Monster-Schanze zu fliegen, trainiert Hoffmann in Ruhe, Bayer sammelt Erfahrung. Und die Skisprung-Elite bekommt ein Beispiel, wie man auch mal Nein sagt, wenn Dollarzeichen und TV-Termine pfeifen.
