Alba verschenkt heimrecht und muss nach spanien – viertelfinale wird albtraum
88:93 nach Verlängerung gegen AEK Athen – und mit dem Gruppensieg die letzte Hoffnung auf ein echtes Heimspiel in der Champions League. Alba Berlin zittert sich nicht nur aus der eigenen Halle, sondern direkt in die Fangebote von Teneriffa oder Malaga. Freitag um 12 Uhr entscheidet die Auslosung, ob es Rytas Vilnius, La Laguna Teneriffa oder Unicaja Malaga wird. Drei Klubs, die in Best-of-three-Serien schon mal gelernt haben, wie man deutsche Träume zerlegt.
Junger kader, alte regeln: auswärts zuerst, druck nie weg
Sportdirektor Himar Ojeda sprach es offen aus: „Gerade für uns als junges Team könnte das fehlende Heimrecht ein Faktor sein.“ Die Hypothek war brutal: Nicht nur gewinnen, sondern mit neun Punkten Differenz – ein Handicap, das selbst erfahrene Rotationspfeile in die Knie zwingt. Stattdessen flog das Spiel nach 45 Minuten im Overtime-Geäsch davon, Alba kassierte die fünfte Niederlage im Sechzehntelfinale und muss nun am 9. April in fremder Halle auflaufen. Der Vorteil? „Vielleicht haben wir ein bisschen weniger Druck“, sagt Kapitän Jonas Mattisseck. Eine Floskel, hinter der sich die Erkenntnis verbirgt: Jetzt zählt nur noch Überleben.
Die Zahlen sind gnadenlos. In der Top-16-Runde kassierte Alba 82 Punkte pro Spiel im Schnitt – nur vier Teams ließen mehr fallen. Gegen AEK kosteten 16 Ballverluste und 8/27 Dreier die Kopfhörer. Doch die Stimmung bleibt kurioserweise hoch. „Wir haben eine deutliche Reaktion gezeigt“, sagt Ojeda mit Blick auf die 20-Punkte-Klatsche in Weißenfels drei Tage zuvor. Die Lektion: Ein Team, das in der Liga schwankt, kann in Europa plötzlich doch wieder Gas geben – nur reicht eben nicht immer das dicke W.

Der countdown beginnt: bundesliga first, dann europa-krimi
Bevor die Koffer Richtung Atlantik oder Ostsee gepackt werden, winkt erst mal Rostock. Am Freitag (20 Uhr, Uber Arena) empfangen die Berliner die Seawolves – ein Gegner, der in dieser Saison schon zweimal in der Arena gewann. Die Parole lautet: Punkten, rotieren, nicht verletzen. Denn in zwei Wochen steht der Flug in die spanische Hitze an. Dort warten Arenen, in denen 5.000 Fans dich mit Buhrufeinsatz in die Quarantäne schicken. Teneriffa schießt mit 48 % Feldwurfquote, Malaga mit 41 % von jenseits der Bögen. Alba? 34 % aus dem Feld, 24 % von draußen. Die Bilanz gegen spanische Teams seit 2020: 1 Sieg, 6 Niederlagen.
Die Saison ist nicht gerettet, aber sie ist auch nicht zuende. Die Champions League zahlt pro Sieg im Viertelfinale 50.000 Euro – Geld, das dem klammen Klub genauso guttut wie ein Image-Gewinn. Die Joker heißen Malte Delow und Louis Olinde: Wenn die beiden Flügel treffen, kann Alba auch in fremder Halle mit Tempo glänzen. Die Bremse trägt dagegen das Gesicht von Gabriel Olaseni: 3,4 Fouls pro 36 Minuten – ein Risiko in jeder Serie, die maximal drei Spiele dauert. Eine weitere Verletzung oder Sperre, und die Rotation kollabiert.
Die Botschaft von Mattisseck klingt wie ein Kampfansage an die eigene Nervosität: „Wir haben bewiesen, dass wir mit Top-Teams mithalten können.“ Die Realität: Alba muss nun zweimal auswärts gewinnen, um überhaupt ein drittes Spiel zu erzwingen. Die Statistik? Teams ohne Heimrecht in Best-of-three-Serien scheiden zu 78 % aus. Die Chance, Geschichte zu schreiben, ist da – aber sie ist schmal. Die Auslosung verschenkt keine Geschenke, nur Namen, die Angst machen. Und wenn es Maliga wird, wartet mit Dzanan Musa ein Ex-NBA-Cutter, der Alba schon 2022 mit 28 Punkten in die Knie zwang. Pack den Koffer, Alba – der Flug Richtung Abgrund startet gleich.
