Hjulmand brennt: drei spiele bis zum traum – leverkusen jagt leipzig
Kasper Hjulmand ballt die Faust. Drei Mal noch muss der Ball rollen, dann entscheidet sich, ob Bayer Leverkusen im Sommer am Bosporus landet oder in der zweiten Reihe der europäischen Festtage steht. „Wir haben alles zu gewinnen“, donnert der Däne nach dem Abschlusstraining. Die Rede ist von der Champions League, von Millionen, von Ruhm – und von einem Samstagabend, der in die Vereinsgeschichte eingehen kann.
Leipzig als schaltstelle: sieg versiegeln oder selbst zittern
RB Leipzig reicht ein Punkt, um die Königsklasse fest zu nennen. Leverkusen braucht den Dreier, sonst flattert am Sonntag die Realtität ins Gesicht: Sechster Platz, zwei Ränge vor Gladbach, aber zwei hinter Stuttgart und Hoffenheim. Die treffen parallel aufeinander, während die Werkself gegen Julian Nagelsmanns tempogetränbten Kollektiv antreten muss. „Die spielen richtig guten Fußball“, sagt Hjulmand und klingt fast wie ein Fan, der weiß, dass seine Mannschaft eine Antwort finden muss, die lauter ist als Leipzigs Pressing.
Die Rechnung ist simpel: 55 Zähler stehen auf dem Konto, neun Punkte sind maximal noch drin. Gewinnt Leverkusen, rückt man auf 58 vor und schiebt Leipzig gleichzeitig aus dem direkten Tresor. Verliert man, bleibt die Werkself vom sechsten Platz verwurzelt und muss hoffen, dass Stuttgart und Hoffenheim sich gegenseitig die Punkte wegnehmen. „Taktische Möglichkeiten gibt es immer“, sinniert Hjulmand, „aber Qualität, Mentalität und Körpersprache sind die Basis.“

Tapsoba bleibt – und kofane?
Edmond Tapsoba hat seinen Vertrag verlängert, das verkündete der Klub am Freitag. Der Burkinabe ist laut Hjulmand „ein potenzieller Führungsspieler, der die Kabine mitruft“. Ein Fünkchen Stabilität in Wochen, in denen Leverkusen dreimal in Folge Remis gespielt hat und nur mit Mühe die Europa-League-Plätze hält. Ob Christian Kofane nach seiner Oberschenkelblessur wieder reinkann, entscheidet sich erst nach dem letzten Sprint. Mark Flekken, zuletzt angeschlagen, trainierte voll mit. Ohne den Niederländer wird es eng, mit ihm wächst die Zuversicht.
Die Kurve atmet. 18.30 Uhr, BayArena, Sky-Topspiel. Ein Sieg würde nicht nur die Lücke zu Leipzig schließen, sondern auch die eigene DNA unter Beweis stellen: Ballbesitz, Umschaltmoment, die berühmte Werkself-Explosion. „Wir müssen 90 Minuten unsere Philosophie leben“, fordert Hjulmand. Drei Mal. Dann ist der Traum Realität – oder eben nicht.
