Hjulmand am scheideweg: hsv-effekt sorgt für trainer-poker!
Leverkusen bangt, Hamburg feiert – vor dem Saisonfinale am Samstag stehen die Zeichen für die Trainer auf komplett unterschiedlichen Sternen. Während HSV-Coach Merlin Polzin bereits optimistisch in die Zukunft blicken kann, muss sein Gegenüber Kasper Hjulmand sich womöglich Abschiedsbriefe schreiben. Ein Blick auf die ungewöhnliche Serie zeigt: Der Däne könnte der 28. Trainer werden, der nach einer Partie gegen die Norddeutschen seinen Job verliert!
Ein düsteres erbe: hjulmands abschied in leverkusen?
Die Achterbahnfahrt der Saison scheint für Hjulmand in Leverkusen ein jähes Ende zu finden. Der anstehende Einsatz gegen den HSV könnte sein letztes auf der Bank der Werkself sein. Doch Hjulmand ist bei weitem nicht der Einzige, dessen Zukunft ungewiss ist. Der HSV hat eine bemerkenswerte Bilanz vorzuweisen: Seit 37 Jahren ist es her, dass ein Trainer nach einer Partie gegen die Hamburger seinen Posten räumen musste. Ein erschreckendes Erbe für jeden, der sich dem Duell gegen den HSV stellt.
Daniel Bauer (Wolfsburg) war bereits in dieser Saison zum Opfer des HSV-Fluchs geworden, nachdem er nach dem 1:2 gegen die Norddeutschen seinen Job verlor. Der HSV baut damit seinen Vorsprung in dieser unheilvollen Wertung weiter aus. Die Bayern folgen mit 25 Entlassungen nach Spielen gegen den FCB, gefolgt von Werder Bremen mit 23. Der Nord-Rivale hat in dieser Saison jedoch ordentlich aufgeholt.
Insgesamt vier Trainer mussten in dieser Saison nach verpassten Siegen gegen Werder Bremen gehen: Erik ten Hag (Leverkusen), Paul Simonis (Wolfsburg), Gerardo Seoane (Gladbach) und Dino Toppmöller (Frankfurt). Die Statistik ist düster, aber sie verdeutlicht die besondere Anziehungskraft des HSV auf Trainerentlassungen.

Blitzschnelles wiedersehen: ein fast 37 jahre alter rekord
Neben dem HSV haben auch Borussia Mönchengladbach und Köln mit Horst Steffen und Lukas Kwasniok jeweils zwei Trainerentlassungen zu verzeichnen. Freiburg, Hoffenheim und Heidenheim kommen auf jeweils einen Fall. Aber das HSV-Spiel in Leverkusen wird aus einem weiteren Grund in die Geschichte eingehen: Es ist das schnellste Wiedersehen mit einem Bundesliga-Konkurrenten seit fast 37 Jahren. Nur 73 Tage nach dem Hinspiel, das aufgrund einer gefährlichen Schneelast auf dem Dach des Volksparkstadions verschoben werden musste, steigt das Rückspiel. Ein Wettlauf gegen die Zeit für beide Teams.
Die kurze Zeitspanne zwischen Hin- und Rückspiel erinnert an die Saison 1988/89 gegen Borussia Mönchengladbach, als lediglich 58 Tage zwischen den beiden Partien lagen. Ligaweit gab es seit der Jahrtausendwende kein schnelleres Duell zweier Teams innerhalb einer Spielzeit. Die Frage ist: Wird Hjulmand diesen historischen Rekord miterleben – oder wird er bereits vor dem Anpfiff seinen Abschied nehmen müssen?
