Hincapié stümpert: schiedsrichter-entscheidung beendet ecuadors wm-traum!
Ein Hand vor dem Mund – und plötzlich ist die Weltmeisterschaft für Piero Hincapié vorbei. Der ecuadorianische Innenverteidiger sah in der Nachspielzeit des Sechzehntelfinales gegen Mexiko die rote Karte, nachdem er sich nach einem hitzigen Wortgefecht mit Santiago Giménez die Hand vor den Mund gehalten hatte. Eine Geste, die von Schiedsrichter Clement Turpin und dem VAR als Verstoß gegen die neuen Fifa-Richtlinien gewertet wurde und Ecuador damit das Aus im Turnier bescherte.

Die neue regel: eine gratwanderfahrt für spieler
Die Entscheidung ist umstritten und wirft Fragen auf: Wie viel Gestik und Mimik sind Spielern noch erlaubt, bevor sie gegen die Regeln verstoßen? Die Fifa hat eine neue Regel eingeführt, die diskriminierendes und beleidigendes Verhalten auf dem Platz eindämmen soll. Spieler, die in der Vergangenheit versuchten, ihre Aussagen vor Kameras und Lippenlesern zu verbergen, indem sie sich die Hand vor den Mund hielten, werden nun konsequent bestraft – unabhängig davon, was tatsächlich gesagt wurde. Es ist ein Balanceakt für die Spieler, ihre Emotionen auszudrücken, ohne gegen die neuen Richtlinien zu verstoßen.
Schon der zweite Fall bei dieser WM! Bereits Miguel Almirón von Paraguay war im Gruppenphasenspiel gegen die Türkei wegen einer ähnlichen Geste vom Platz geflogen. Die Konsequenz ist klar: Die Fifa geht hart gegen jede Form von Verschleierung vor. Ob diese rigorose Linie den gewünschten Effekt hat und tatsächlich zu einem respektvolleren Umgang auf dem Platz führt, bleibt abzuwarten.
Für Hincapié kam das rote Kartons jedoch zu spät, um das Spiel noch zu beeinflussen. Ecuador hatte bereits mit 0:2 gegen Mexiko zurückgelegen, nachdem Quiñones in der 22. Minute und Jiménez in der 31. Minute getroffen hatten. Die Mexikaner sind damit ins Viertelfinale gerückt und treffen dort auf den Sieger der Partie zwischen England und der Demokratischen Republik Kongo.
Die Szene wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Bedeutung des VAR und die strengeren Richtlinien der Fifa. Es bleibt zu hoffen, dass diese Regeln nicht dazu führen, dass Spieler aus Angst vor Fehlinterpretationen ihre natürliche Leidenschaft und ihren Ausdruck auf dem Platz zurücknehmen müssen. Denn Fußball lebt von Emotionen – und die sollten auch weiterhin sichtbar sein dürfen.
