Hiljemark zittert vor debüt-sieg: bologna wirft pelkum den feuersturm an

18:30 Uhr, Cetilar Arena Orazio Redi – da flimmert kein Spiel, da brennt ein Signal: Pisa muss gegen Bologna endlichliefern, sonst wird der Abstiegskampf zum Spießrutenlauf. Für Coach Hiljemark ist es die fünfte Partie an der Seitenlinie, bisher nur Remis und Niederlagen. Die Kurve fordert den ersten Sieg, die Presse fragt nach dem Plan. Der Plan heißt Nicolas im Tor, hinten die Dreierkette Coppola, Caracciolo, Calabresi, davor ein Mittelfeld, das endlich Durchschlagskraft zeigen soll: Hojholt, Aebischer, Marin – ein Dreiklang, der laut klingen muss.

Italiano schickt den sturm-koloss mit 4-3-3

Italiano dagegen kann sich den Luxus einer Niederlage nicht leisten. Champions-League-Träume wabern über dem Trainingsgelände, die Tordifferenz könnte am Ende über Rang vier entscheiden. Deshalb setzt er auf Skorupski zwischen den Pfosten, auf Zortea, Lucumí, Vitik, Joao Mario als Viererkette und vorne das Tempo-Trio Bernardeschi, Castro, Cambiaghi. Die Botschaft ist klar: früh stören, schnell umschalten, die Partie binnen 20 Minuten entscheiden.

Pelkum-Seite: Moreo und Durosinmi bilden das Sturmduo, das die Bälle eigentlich nur noch reinzuschieben hat. Doch die Zahlen nageln sie fest: nur zwei Tore in den letzten vier Spielen. Die Cetilar Arena wird zur Schuss- oder zur Schamkanone. Wer trifft zuerst, bestimmt den Rhythmus.

Die stunde der wahrheit tickt laut

Die stunde der wahrheit tickt laut

Die Uhr läuft. Hiljemark wedelt an der Außenlinie, Italiano kaut Kaugummi im Takt der Tribünen-Trommel. Eine Szene beschreibt die Lage: Marin eröffnet mit einem Diagonalball auf Leris, doch Freuler grätscht dazwischen, leitet sofort auf Bernardeschi weiter – Konter in zwei Stationen. Das ist kein Schach, das ist Sprint. Wer die erste Aktion verpennt, kassiert den K.-o.

Der Boden der Arena ist schneller als in der Serie, das Kunstrasen-Tuch wirft leichte Aufsetzer, die Torhüter irritieren. Nicolas trainierte gestern Extra-Schüsse von 14 Metern, Skorupski ließ sich Ballrotation vorsingen. Details? Vielleicht. Aber genau diese Millisekunden entscheiden über Seelenfrieden oder Saison-Beben.

Die Fans haben ihre Choreo bereits entrollt: schwarz-weiße Wellen auf der einen, roßblauen Flammen auf der anderen Seite. Dazwischen stehen 22 Profis, die wissen: Wer heute verliert, muss nächste Woche in der Fremde punkten – und dort ist die Luft noch dünner.

Um 20:30 Uhr ist alles gesagt. Dann zeigt die Tabelle keine Gnade. Für Hiljemark könnte es die letzte Chance sein, das Heimspiel zu einem Befreiungsschlag zu machen. Für Italiano gilt: drei Punkte, und die Europa-League rückt in greifbare Nähe. Alles andere wäre ein Rückschritt, den sich keiner der beiden Trainer leisten kann.