Hidalgo zügelt den optimismus: aufstieg nur mit demut
Ein Sieg, ein Schritt, ein Satz. Miki Hidalgo lächelt, aber seine Stimme bleibt kalt. Nach dem 2:1 gegen Zaragoza flackert in A Coruña die alte Aufstiegshoffnung – der Trainer löscht sie mit einem Satz: „Die Jungen dürfen träumen, wir Alten wissen, wie schnell das Feuer wieder ausgeht.“
2:1-Sieg gegen zaragoza reicht nicht für euphorie
Die Kabine brodelt. Jugendspieler zählen die Punkte bis zur Aufstiegszone, schon sind sie drei Zähler drunter. Hidalgo hört es, nickt, dann bremst er. „Impulsiv, klar. Aber die Tabelle lügt nie und sie lügt jetzt: Alles bleibt eng.“ Sechs Spieltage, ein Kratzer Vorsprung – das ist keine Promenade, es ist ein Seilakt ohne Netz.
Der Coach setzt auf Emotions-Kontrolle. „Fußball ist ein Thermometer statt eines Ventils. Wer zu früh jubelt, bekommt Fieber.“ Stattdessen fordert er: Kampf um Platz sechs, Match für Match, ohne Anspruch, mit Respekt vor jeder Punkteteilung. Die Parole klingt altbacken, ist aber die einzige, die in der Segunda Historie schrieb.

Soriano und manuel pablo bleiben an bord
Positive Signale gab es dennoch. Fernando Soriano verlängert als Sportdirektor bis 2029, Manuel Pablo coacht die B-Mannschaft bis 2028. Hidalgo: „Wenn Ziele erfüllt werden, passieren gute Dinge.“ Gemeint: Stabilität schlägt Schnellschuss. Beide verankern kontinuierliche Talente-Förderung, verhindern Personal-Turbulenzen, geben dem Trainer Planungssicherheit.
Was mit Hidalgo selbst? Ein Aufstieg würde die Ausstiegsklausel in einen Zusatz-Jahr umbiegen. Er zuckt die Schultern. „Mein Vertrag läuft auf dem Rasen, nicht auf Papier. Trainieren, siegen, bleiben – fertig.“ Keine Drohung, keine Garantie, nur Alltag. Dépor-Fans kennen diesen Ton, sie lieben ihn, weil er die Realität vor der Illusion anredet.
Die Saison ist ein Marathon, nicht ein Sprint. Hidalgo trägt keine Rose, sondern Stopptafeln. Er weiß: Wer in Runde 39 die Zunge nach Luft schnappt, wurde in Runde 33 zu schnell zu stolz. Der nächste Gegner wartet, die Tabelle täuscht, die Emotionen auch. In A Coruña zählt nur die Demut – und ein Tor mehr als der Gegner.
