Hettich-walz sprintet 1,7 sekunden am podest vorbei: mutterzeit jagt spitzensport

Janina Hettich-Walz traf, rannte und fluchte – 1,7 Sekunden fehlten zur französischen Überraschung Lou Jeanmonnot. Beim Biathlon-Sprint in Otepää landete die frisch gebackene Mutter auf Rang vier, einen Tag nach Philipp Nawraths drittem Platz der nächste deutscher Herzschlag-Moment.

Die loipe frisst die träume

Fehlerfrei blieb sie am Schießstand, doch die Loipe verrät Mütter. Hettich-Walz verlor dort die entscheidenden Zähler gegen Jeanmonnot. „Ich habe alles gegeben, ich kann mir nichts vorwerfen“, sagte sie ins ARD-Mikro, während ihre Stimme zwischen Stolz und Frust schwankte. Seit der Geburt ihrer Tochter hatte sie keinen echten Urlaub mehr – die Saison zieht sich wie ein endloser Kinderwagen-Spaziergang durch den Winter.

Julia Simon, dreimalige Olympiasiegerin, dominierte das Rennen souverän in 22:31,0 Minuten. Lisa Vittozzi sicherte Italien Rang zwei. Dahinter tobte das deutsche Mittelfeld: Marlene Fichtner wurde 28., Vanessa Voigt 30., weil sie allein fürs Stehendschießen über eine Minute brauchte. Julia Tannheimer, Julia Kink und Selina Grotian folgten mit Strafrunden und Rückständen jenseits der 90 Sekunden.

Dsv rettet startplatz – jetzt kommt die jagd

Dsv rettet startplatz – jetzt kommt die jagd

Die Nationenwertung rettete das Gesicht des Deutschen Skiverbands: Platz fünf bedeutet den sechsten Startplatz für die kommende Saison. Am Samstag will Nawrath im Jagdrennen der Männer (13.30 Uhr) 17,8 Sekunden auf Sturla Holm Lägreid aufholen. Die Frauen starten um 16 Uhr, Hettich-Walz wieder vorn. Am Sonntag folgen Single-Mixed- und Mixed-Staffel, bevor das Finale in Oslo den Kreislauf aus Schnee, Schlafmangel und Säuglingsfläschchen endgültig stoppt.

Die Uhr tickt. Die Mutter tickt. Und die Loipe wartet.