Hertha-zeugwart verklagt kündigung: streit eskaliert!
Berlin – Der Fall um Hendrik Herzog, langjährigen Zeugwart von Hertha BSC, nimmt eine dramatische Wendung. Herzog hat Klage gegen seine fristlose Kündigung eingereicht, bestätigten sowohl sein engster Freund und Ex-Hertha-Spieler Axel Kruse im Podcast „Hauptstadtderby“ als auch Hertha BSC selbst in einer offiziellen Stellungnahme an den rbb.
Unfall mit dem bochum-bus: der auslöser des streits
Hintergrund der Auseinandersetzung ist ein Verkehrsunfall mit dem Bus des VfL Bochum nach dem Spiel gegen Hertha BSC. Herzog soll den Unfall verursacht und sich anschließend vom Tatort entfernt haben, um seine Arbeit fortzusetzen. Diese Darstellung wird von Hertha BSC vehement bestritten. Kruse berichtete, Herzog habe umstehende Personen gebeten, den Gastverein zu informieren. Der Verein hingegen betont, dass Herzog sich nicht bei Hertha gemeldet habe, obwohl er arbeitsrechtlich dazu verpflichtet gewesen wäre.
Ein Gütetermin am 4. Mai steht bevor, bei dem versucht werden soll, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. Die Spannung ist spürbar, denn die Gegensätze scheinen unüberbrückbar.

Hertha bestreitet überstunden und urlaubsverluste
Neben dem Unfallgeschehen gibt es weitere Streitpunkte zwischen Herzog und dem Verein. Kruse hatte zuvor im „Hauptstadtderby“ öffentlich gemacht, Herzog sei am Tag des Unfalls über 16 Stunden im Dienst gewesen und habe regelmäßig Urlaub verfallen lassen. Hertha BSC widerspricht diesen Behauptungen energisch. Laut Vereinsangaben habe Herzog zwischen Training und Spielvorbereitung Freizeit gehabt und durch das Team aus fünf Zeugwarten sei eine Vertretung jederzeit möglich gewesen.
Die Diskrepanzen in den Schilderungen der Ereignisse sind offensichtlich. Hertha BSC kündigte an, im Rahmen des Gütetermins „die unter anderem in der Öffentlichkeit und Presse kommunizierten, unzutreffenden Tatsachenbehauptungen mittels entsprechender Beweisantritte widerlegen“ zu wollen. Die Fachdirektion des Vereins habe sich zudem eigenständig um die Schadensabwicklung gekümmert und eine Meldung Herzogs abgewartet, die jedoch bis heute aussteht.
Herzog war von 1997 bis 1999 als Spieler bei Hertha aktiv und war über 20 Jahre lang als Zeugwart im Dienst des Vereins. Die juristische Auseinandersetzung könnte nun eine lange und bittere Schlacht werden, die den Ruf von Hertha BSC zusätzlich belastet.
