Hertha-frauen starten mit revanche in leipzig – aufstiegsträume kochen
Elf Siege, acht Siege, 41:6-Tore – die Zahlen der Hertha-Frauen sind ein Kampfansage. Am Sonntag geht’s nach Leipzig, und mit einem Sieg würde der Tabellenführer der Regionalliga Nordost die Meisterfrage vorzeitig auf sechs Punkte erhöhen. Drei Monate lang hat Trainer Tobias Kurbjuweit seine Spielerinnen durch den kalten Olympiapark gescheucht, jetzt folgt der erste Feuerprobe.
Elfie wellhausen ist die ticking time bomb der liga
20 Jahre jung, 14 Tore in elf Partien – Elfie Wellhausen trägt die Torjägerkrone wie selbstverständlich. „Sie denkt wie eine ältere Mittelstürmerin, aber sprintet wie ein Flügelspieler“, sagt Kurbjuweit. Gegen Leipzig will sie Revanche für das 1:2 aus der Hinrunde, das einzige Saisonblatt der Berlinerinnen. RB-Coach Viviane Beilhack hat ihre Abwehr bereits auf Wellhausen eingeschworen, doch genau das ist der Trick: Hertha hat gelernt, nicht nur über ihre Topscorerin zu spielen.
Die Ausgeglichenheit des Kaders ist laut Kurbjuweit das größte Plus. „Wir haben keinen Qualitätsabfall mehr, egal ob wir wechseln oder nicht.“ Gegen Leipzig wird er auf dieselbe Startelf bauen, die zuletzt im Test gegen Turbine Potsdam 3:0 gewann. Drei Tore fielen nach Standards, ein Albtraum für jeden Gegner, der auf hohem Tempo lebt.

Union und magdeburg lauern – ein punkt trennt vier teams
Die Tabelle ist ein Konstrukt aus Glas. Union II folgt punktgleich, Leipzig und Magdeburg einen Zähler dahinter. Hertha hat jedoch ein Spiel weniger – und damit die Chance, den Vorsprung auf sechs Punkte auszubauen. „Wenn wir in Leipzig gewinnen, müssen die anderen plötzlich zwei Ergebnisse glücklich haben“, rechnet Fan-Anführer Fiete vor. Er wird mit 50 weiteren Anhängern im Block sein, angefeuert von Trommeln und Berliner Schnauze.
Die Relegation zur 2. Bundesliga ist das Ziel, doch der Weg ist steinig. Es warten noch Duelle gegen Union (Auswärts) und Magdeburg (Heim), beide Partien gelten als Endspiele. Kurbjuweit versucht, den Hype zu dämpfen: „Wir wollen aufsteigen, aber wir wollen nicht platzen.“ Seine Spielerinnen sprechen lieber über „Frische Beine“ und „Spaß am Ball“ – die Psycho-Tricks funktionieren.

Leipzig will herthas angst vor dem großen moment nutzen
RB-Trainer Beilhack hat ihre Mannschaft auf Hochgeschwindigkeit getrimmt. Im Training läuft ein 3-4-3-System mit sofortigem Gegenpressing. „Wir wollen Hertha in deren Aufbauspiel stören und dann schnell umschalten“, erklärt sie. Die Leipzigerinnen haben in der Winterpause zwei NLZ-Profis aus der U-17 hochgezogen, beide sollen für zusätzliche Torgefahr sorgen. Das Stadion an der Cottawegstraße ist bereits ausverkauft – 1.200 Zuschauer werden für eine Kulisse sorgen, die laut Fiete „zwischen Regionalliga und Champions-League-Feeling“ schwankt.
Die Uhr tickt. Um 14 Uhr rollt der Ball, um 16 Uhr könnte Hertha sechs Punkte Vorsprung haben. Die Geschichte der Frauenfußball in Berlin wartet auf ihre nächste Schlagzeile – und Wellhausen auf ihre nächsten Tore.
