Hertha dreht 0:1 in 4:1 – reeses comeback wird zur düsseldorf-demontage
Fabian Reese braucht sieben Minuten, um Fortuna Düsseldorf den Glauben zu rauben. 18. Spielminute: Kopfball, 1:1. 26. Spielminute: Volley, 2:1. Dazwischen noch ein Pfosten, davor ein Eigentor – und plötzlich steht Hertha BSC mit dem Rücken zur Wand mitten im Aufstiegsrennen, wo vorhin nur ein frustrierender Fehlstart war.
Reeses rechenkunde: 4 tore in 27 minuten
Die Berliner verpassten den Anschluss an die Top-Three zwar weiterhin, schmälern die Lücke aber auf sieben Punkte. Das 5:2 (4:1) im Rheinland war mehr als ein Ausrufezeichen – es war eine Kampfansage, die sich ausschließlich aus Selbstvertrauen speist. „Wir haben im richtigen Moment getroffen, da ist jeder Pass sitzen“, sagte Reese, der nach Gelbsperre direkt wieder Kapitän und Doppeltorschütze wurde.
Düsseldorf dagegen steckt im freien Fall. Die Fortuna verpasste den Befreiungsschlag und kassierte die höchste Heimniederlage der Saison. Schon nach 45 Minuten hatten die Fans den Knoten im Magen: 1:4, eigenes Eigentor, kein Zugriff im Mittelfeld, dazu ein Keeper, der trotz zweier Glanzparaden gegen Winkler und Seguin nichts retten konnte.
Die erste Hälfte war ein offener Schlagabtausch, die zweite ein kontrollierter Schachzug. Hertha zog sich nach dem Seitenwechsel bewusst zurück, ließ den Ball laufen und Düsseldorf laufen. Nur Ittens Anschlusstreffer (54.) kurz nach Wiederanpfiff bescherte den Rheinländern eine kurze Hoffnungsschwäche. Doch Muslijas Freistoß klatschte in Ernsts Handschuhe, Brekalos Schuss an den Pfosten – und Schuler setzte dem Geburtstagskind den Schlusspunkt in der Nachspielzeit.

Der abstand: noch sieben zähler, aber mit selbstvertrauen
Die Tabelle lügt nicht: Auf Platz drei liegen weiterhin sieben Punkte zwischen Hertha und dem Aufstieg. Doch die Tabelle misst keine Moral. Und die ist zurück – mit Reese, mit Kownacki, mit Winkler, der vor der Pause sogar noch den 45.+6 dranhängte. Berlin feierte, Düsseldorf zittert. Die Saison ist noch lang, aber diese Niederlage brennt sich ein. Fortuna-Coach Daniel Thioune muss nun beweisen, dass seine Mannschaft auch ohne Befreiungsschlag schwimmen kann. Hertha hat sich eben bewiesen: Tiefschläge kann man drehen – wenn man den richtigen Drehpunkt findet.
