Hertha berlin setzt auf leitl – trotz fehlstarts!
Berlin – Ein Schock für viele Fußballfans: Hertha BSC setzt trotz verfehlter Ziele und einer enttäuschenden Saison erneut auf Trainer Stefan Leitl. Klubboss Peter Görlich bestätigte den Verbleib des 48-Jährigen öffentlich, was angesichts der sportlichen Misere viele Fragen aufwirft. Die Frage, die sich nun stellt: Kann Leitl den abstiegsgeplagten Hauptstadtklub wirklich wieder in die Erfolgsspur führen?
Die zahlen lügen nicht: hertha schwächelt vor eigenem publikum
Seit dem Abstieg aus der Bundesliga im Jahr 2023 kämpft Hertha BSC darum, den direkten Weg zurück in die oberste Spielklasse zu finden. Doch die Realität sieht düster aus: In keiner einzigen Partie der Saison stand die Mannschaft besser als auf dem sechsten Tabellenplatz. Der knappe Sieg in Dresden Anfang April, bei dem Leitl die schwache Rückrunde offen anerkannte, schien eher eine Ausnahme zu bestätigen.
Besonders bitter ist die Situation zu Hause. Gegen die Top-Teams der Liga konnte Hertha in dieser Saison lediglich zwei Punkte erringen. Schalke, Paderborn, Elversberg, Hannover und Darmstadt – gegen all diese vermeintlichen Konkurrenten blieb man sieglos. Die Auswärtstabelle mag ein anderes Bild zeichnen (Rang zwei), doch das wirft kein gutes Licht auf die fehlende Dominanz im eigenen Stadion.
Die Daten sind alarmierend: Hertha hat im Schnitt weniger Ballbesitz als der Gegner, verliert mehr Zweikämpfe und ist auch läuferisch nicht überzeugend. Die oft gehörte Ausrede von „unglücklichen Niederlagen“ hinkt. Die Wahrheit ist, dass die Berliner Defensive in erster Linie Torwart Tjark Ernst und die schlechte Chancenverwertung der Gegner zu verdanken hat, dass sie nicht noch deutlicher in Verlegenheit gezogen wurde.

Psychologin im team: ein hinweis auf mentale probleme?
Ein ungewöhnlicher Schritt zu Saisonbeginn war die Verpflichtung der Sportpsychologin Paula Isringhausen. Leitl hatte damals erklärt, dass Sportpsychologie im Profibereich unerlässlich sei und die Spieler mit dem Druck nicht klarkommen würden. War das bereits eine dunkle Vorahnung für die weitere Entwicklung der Saison? Die Tatsache, dass es trotz kurzzeitiger Erfolgsserien immer wieder zum Versagen in entscheidenden Momenten kam, lässt diese Frage aufkommen.
Die Suche nach der Ursache für die konstanten Leistungseinbrüche ist noch lange nicht abgeschlossen. Hertha muss nicht nur taktisch und spielerisch besser werden, sondern vor allem auch mental stärker agieren. Ob Leitl in der Lage ist, diese Probleme zu lösen und die Mannschaft zu einer schlagkräftigen Einheit zu formen, bleibt abzuwarten. Die Fans können derzeit nur hoffen, dass der Glaube an den Trainer nicht verfrüht erlischt.
