Heckings rückkehr endet mit last-minute-schock: wolfsburg verspielt sieg in hoffenheim

Dieter Hecking ist zurück, doch der VfL Wolfsburg bleibt sich treu: Auch unter dem alten Pokalhelden verspielt der Tabellenletzte in der Nachspielzeit einen Sieg. Das 1:1 in Hoffenheim stinkt.

Koulierakis trifft, prömel demoliert die hoffnung

Koulierakis trifft, prömel demoliert die hoffnung

64. Minute, Wolfsburg führt durch Konstantinos Koulierakis. Der Grieche nickt eine Ecke ein, Hecking stemmt die Hände in die Hüfte – endlich Befreiung? Fehlanzeige. Grischa Prömel köpft in der 83. Minute den Ausgleich, die TSG 1899 Hoffenheim behält die Champions-League-Ränge, die Wölfe rutschen auf Relegationsplatz zwei ab. Neun Spiele ohne Sieg, das ist keine Serie, das ist ein Freifall.

Die Zahlen sind ein Spiegelbild des Elends: 26.252 Zuschauer im Rhein-Neckar-Arena-Bollerwagen sahen 90 Minuten, in denen Wolfsburg gerade einmal zwei Torschüsse aufs Tor setzte. Beide nach Standards. Offenes Spiel? Fehlanzeige. Hecking hatte angekündigt, „alles dafür zu tun, dass die Mannschaft die Energie und den Glauben an sich hat“. Glauben hin, Energie her – was zählt, ist der Punkt, und der schmeckt nach Niederlage.

Früher, zwischen 2013 und 2016, holte der Trainer mit den Wölfen den Pokal und den Supercup. Jetzt reicht ein spätes 1:1 als kleiner Trostpreis. Die Fans zogen ein Banner hoch: „Rückhalt muss man sich verdienen!“ Verdient haben sich die Profis in Sinsheim vor allem eins: den nächsten Frusttag. Die Defensive stand zwar solide, doch wer vorne nichts wagt, kassiert früher oder später den K.o. – in diesem Fall durch Prömel, der nach einer Flanke von Robert Skov völlig frei zum Kopfball kam.

Was folgt, ist ein Programm, das nach Kalenderblatt riecht: Mainz, Bochum, Köln – alles Teams im Abstiegssumpf. Die Frage ist nicht mehr, ob Wolfsburg die Klasse hält, sondern ob überhaupt noch jemand daran glaubt. Die Antwort liefert die Tabelle: Letzter Platz, 18 Z Punkte aus 25 Spielen, nur zwei Siege seit Ende September. Wer so startet, muss am Ende zittern – oder absteigen.

Hecking wird nun eine Woche lang Trainingslager predigen, Videoanalysen schneiden, Mannschaftsbusse umpolen. Aber wenn die Spieler weiter nur reagieren, statt selbst Druck zu erzeugen, wird selbst der erfahrenste Retter zum Statist. Am Samstag kommt der 1. FC Köln in die Arena AufSchalke, pardon, ins Volkswagen-Stadion. Dort winkt dann entweder der erste Dreier seit 126 Tagen – oder die nächste Demontage der Seele.