Hc ambri-piotta: neuanfang nach turbulentem jahr – weibel vor mammutaufgabe
Die Leventina erlebte eine Saison, die sich eher wie ein Achterbahnfahrt mit Fehlzündungen und dramatischen Wendungen anfühlte. Der HC Ambri-Piotta muss hinter sich lassen, was sportlich kaum überzeugte und abseits des Eis ein ständiges Auf und Ab verursachte. Doch der Abgesang ist vorerst abgewendet: Die Playouts wurden mit einem klaren Sweep gegen Ajoie dominiert – ein Lichtblick vor der anstehenden Herausforderung.

Weibel übernimmt: kaderumbau und stabilitätsgarantie
Für den neuen Sportchef Lars Weibel beginnt nun die eigentliche Arbeit. Die kommende Saison fordert frische Impulse und eine klare strategische Ausrichtung. Zunächst einmal gilt es, die offenen Fragen im Kader zu klären, denn sieben Verträge laufen aus. Ein erster Schritt zur Stabilisierung ist bereits vollzogen: Die Verlängerung des Vertrages mit dem Trainer Jussi Tapola um drei Jahre sendet ein deutliches Signal an die Fans und unterstreicht den Willen des Klubs zur Kontinuität.
Torwart-Duo im Griff, Defensive muss her: Zwischen den Pfosten verlassen sich die Biancoblù auf Gilles Senn und Philip Wüthrich, die zwar nicht immer die nötige Sicherheit ausstrahlten, aber dennoch einen soliden Rückhalt bieten. Die 178 Gegentreffer in der abgelaufenen Saison zeigen jedoch deutlich, dass die Defensive dringenden Handlungsbedarf hat. Die Auftritte in den Playouts, in denen vor allem Wüthrich mit einer Fangquote von 92 Prozent überzeugte, sollten als Ansporn für eine Leistungssteigerung im kommenden Jahr dienen – auch wenn der Gegner Ajoie aktuell nicht zum Kreis der Top-Teams gehört.
Erfahrene Rückgrat, frischer Wind gefragt: Ansonsten stützt sich der HCAP auf fünf Verteidiger, die einen Vertrag besitzen. Die erfahrenen Tim Heed und Jesse Virtanen gehörten in der vergangenen Saison zu den treffsichersten Spielern in der Mannschaft und werden wohl auch in der kommenden Saison das Team anführen. Der junge Luc Bachmann, Dario Wüthrich und Isacco Dotti stellen das aktuelle Defensiv-Fundament.
Kodytek als Hoffnungsträger, Offensiv-Fragen: Im Angriff gab der Tscheche Petr Kodytek, der in Finnland mit 39 Scorerpunkten auf sich aufmerksam machte, bereits Einzug. Er soll frischen Wind in das Offensivspiel bringen. Ein Problem für Ambri ist jedoch, dass aktuell kein einziger der Offensivspieler mit einem auslaufenden Vertrag eine langfristige Perspektive besitzt. Namen wie Michael Joly und Alex Formenton, die in den Playouts jeweils drei Tore erzielten und zu den erfolgreichsten Spielern gehörten, stehen nun vor der Entscheidung, ob sie die Turbulenzen in der Leventina hinter sich lassen oder doch bleiben wollen.
Abgänge, die schmerzen: Der Weggang von Dominic Zwerger, einer Identifikationsfigur und langjährigen Leistungsträger, hinterlässt eine Lücke, die schwer zu füllen sein wird. Auch der Rücktritt von Routinier Dario Bürgler, der das C trug und kaum ein Spiel verpasste, wird dem Team fehlen. Chris DiDomenico, dessen überraschende Vertragsauflösung für Schlagzeilen sorgte, ist ebenfalls nicht mehr dabei. Seine Abwesenheit wird sich sicherlich bemerkbar machen.
Die Zukunft ist ungewiss – aber mit Hoffnung: Drei der sieben auslaufenden Verträge sollen laut RSI bereits entschieden sein, darunter die Verpflichtung von Nathan Borradori und Manix Landri. Chris Tierney hingegen wird den HCAP verlassen. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um den Kader für die neue Saison zu formen und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. Ob Lars Weibel es schafft, aus dem Chaos eine schlagkräftige Truppe zu formen, wird die Stunde zeigen. Der Druck ist hoch, die Erwartungen sind groß – und der HC Ambri-Piotta steht vor einer neuen, spannenden Ära.
