Havertz trifft in letzter sekunde: arsenal rettet sich mit blauem auge aus leverkusen
Klaus Schäfer – Die BayArena bebte, die Gunners zitterten. Ausgerechnet Kai Havertz, einst Bayer-Liebling, schoss seinem alten Klub mit einem Elfmeter in der 90. Minute die Hoffnung aufs Weiterkommen aus dem Leib. Endstand: 1:1, ein Resultat, das Arsenal wie ein Sechser im Lotto vorkommen muss.
Die Engländer kamen, sahen und wurden fast geschlagen. Xabi Alonsos Mannschaft spielte mit der kalten Präzision eines Chirurgen, während Arsenal im letzten Dritteln verletzlich wirkte wie ein Boxer nach zu vielen Treffern. Erst in der Nachspielzeit rettete Havertz – eingewechselt, gelassen, eiskalt – den Punkt. „Elfmeter in der letzten Minute sind nicht immer einfach“, sagte er später, „aber das sind die Momente, für die ich trainiere.“

Arteta findet harte worte für sein team
Mikel Arteta pflichtete seinem Matchwinner bei, sparte aber nicht mit Kritik. „Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht, haben sie zu Kontern eingeladen“, sagte der Spanier. Besonders die Anfangsphase der zweiten Halbzeit störte ihn: „Wir wurden kalt erwischt, das ist enttäuschend.“ Robert Andrichs Führungstreffer ließ die Gunners erstarren, erst Havertz’ Strafstoß schob die Katastrophe auf nächste Woche.
Die Statistik spricht dennoch für Arsenal: kein Team traf in dieser Champions-League-Saison so oft per Joker – sieben Tore stammen von Bankspielern. „Das ist unsere größte Stärke“, sagte Arteta, „wir müssen sie nur besser nutzen.“
Nächster Stopp: das Rückspiel im Emirates Stadium. Die Ausgangslage ist längst nicht so komfortabel wie erhofft, aber sie ist lebenswert. Und Havertz? Der wird wieder auflaufen – und vielleicht wieder treffen. Dann allerdings gegen die eigenen Fans, die ihn einst feierten. Die Ironie des Fußballs: Gestern noch Held, morgen vielleicht wieder Held – nur auf der anderen Seite.
