Havertz glänzt: deutschland gewinnt test gegen usa vor wm
Chicago bebte, als die deutsche Nationalmannschaft sich mit 2:1 gegen die USA durchsetzte – ein vielversprechendes Signal vor dem WM-Start. Kai Havertz war der Mann des Abends, während Leroy Sané seine Ambitionen für den Stammplatz untermauerte. Julian Nagelsmann kann zufrieden sein, auch wenn noch Luft nach oben ist.
Havertz als schlüsselspieler: mehr als nur ein tor
Schon nach zwei Minuten war die Antwort gegeben: Kai Havertz, der Arsenal-Star, köpfte eine präzise Freistoßflanke von Joshua Kimmich unhaltbar ein. Ein frühes Tor, das das deutsche Spiel dominierte. Doch Havertz' Leistung geht weit über dieses Tor hinaus. Seine Übersicht, sein Stellungsspiel und die daraus resultierenden Chancen für seine Mitspieler zeigten ihn als zentralen Dreh- und Angelpunkt des Offensivspiels. Er bereitete zudem das entscheidende 2:1 für Leroy Sané vor, womit er seinen Wert für das DFB-Team untermauerte.

Sané überzeugt: der durchbruch vor der wm?
Nach einer zunächst blassen ersten Halbzeit, in der er den verletzten Lennart Karl ersetzte, bewies Leroy Sané, dass er noch in der Lage ist, den Unterschied zu machen. Sein Siegtor in der 57. Minute war nicht nur spielentscheidend, sondern auch ein psychologischer Auftrieb für die gesamte Mannschaft. Kann er diese Form mit zur WM nehmen? Das ist die Frage, die die Fans jetzt beschäftigt.

Defensive wackelt: noch raum für verbesserungen
Die Abwehr um Nico Schlotterbeck und Jonathan Tah hatte in der ersten Halbzeit deutliche Probleme, insbesondere gegen die schnellen US-Offensivspieler. Pulisic bereitete Schlotterbeck immer wieder Kopfzerbrechen. Auch bei Standards muss Nagelsmann noch Feintuning vornehmen, um sicherzustellen, dass die Defensive bei der WM nicht zum Achillesferse wird. Die Konterabsicherung war ebenfalls verbesserungswürdig – ein Aspekt, der gegen stärkere Gegner noch deutlicher zu Buche schlagen könnte.

Individuelle noten: wer überzeugt, wer muss sich strecken?
Oliver Baumann (2,5): Hielt, was er konnte, auch wenn er beim Traumtor von Robinson machtlos war. Joshua Kimmich (3): Lieferte die Vorlage zum 1:0, fand aber in der Defensive kaum Gehör. Jonathan Tah (3): Hatte viel zu tun und rettete in einigen Situationen, blieb aber gegen die US-Angreifer oft auf dem Holzweg. Nico Schlotterbeck (4): Schwierigkeiten gegen Pulisic. Nathaniel Brown (3): Hielt sich an der linken Seite gut, musste aber gegen Dest immer wieder kämpfen. Aleksandar Pavlovic (3,5): Kontrollierte das Spiel zunächst nicht optimal, steigerte sich aber nach der Pause. Felix Nmecha (3): Holte den wichtigen Freistoß heraus, ließ dann aber nach. Leroy Sané (2,5): Der späte Durchbruch mit dem Siegtor. Jamal Musiala (3): Noch nicht in Topform nach seiner Verletzungspause. Florian Wirtz (4): Verschleppte das Tempo und war zu unpräzise. Kai Havertz (2): Der Mann des Tages. David Raum (ohne Note): Beteiligung in der Schlussphase. Waldemar Anton (ohne Note): Test auf einer neuen Position. Deniz Undav (ohne Note): Gute erste Eindrücke nach seiner Einwechslung. Jamie Leweling (ohne Note): Vergebene Chance. Angelo Stiller (ohne Note): Kurzer Einsatz. Leon Goretzka (ohne Note): Sammelte noch etwas Spielpraxis. Nadiem Amiri (ohne Note): Fast ein Treffer nach Einwechslung. Maximilian Beier (ohne Note): Wie gegen Finnland als Joker aktiv.
Die Generalprobe war geglückt, aber die Arbeit ist noch nicht getan. Julian Nagelsmann muss in den verbleibenden Tagen bis zur WM noch an einigen Schrauben drehen, um das Team optimal auf die Herausforderungen in Katar vorzubereiten. Die WM-Sperre für Portugals Leão zeigt, wie schnell sich die Stimmung ändern kann – die deutsche Mannschaft muss fokussiert bleiben.
