Hartmanns fehlentscheidung: dfb gibt köln-schiri recht – kuriose kehrtwende!
Leverkusen, 28. Oktober 2023 – Ein Derbysieg, der für Verwirrung sorgte: Schiedsrichter Robert Hartmann entschied im 1:0-Sieg von Bayer 04 Leverkusen gegen den 1. FC Köln auf einen Handelfmeter, der später als falsch eingestuft wurde. Die Geschichte nimmt eine überraschende Wendung, denn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat Hartmanns Entscheidung nun nachträglich abgesegnet – und damit für zusätzliche Diskussionen gesorgt.

Die strittige szene im detail
In der 42. Minute pfiff Hartmann auf Handspiel von Eric Martel, was zum Elfmeter für die Werkself und zur Führung durch Patrik Schick führte. Die Entscheidung sorgte sofort für Aufsehen, und zahlreiche Experten, darunter Sky-Experte Didi Hamann und Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe, äußerten deutliche Zweifel an der Korrektheit des Pfiffs. Doch was folgte, war noch überraschender: Hartmann selbst soll nach dem Spiel geäußert haben, er hätte seine Entscheidung gerne ungeschehen gemacht.
Die Analyse des DFB: Martels Armhaltung entscheidend
Nun hat der DFB-Schiedsrichter-Ausschuss unter der Leitung von Alex Feuerherdt seine Expertise eingebracht. Demnach wurde das Handspiel von Martel als „nicht strafbar“ bewertet. Der Grund: Martel versuchte, den Ball mit seinem Oberkörper zu blocken, wobei sein rechter Unterarm hinter dem Körper positioniert war. Feuerherdt betonte, dass dies das entscheidende Kriterium sei: „Die Armhaltung ist das ausschlaggebende Kriterium. Der Spieler bewegt den Arm hinter den Körper, versucht durch die Armhaltung das Handspiel zu vermeiden. In solchen Fällen soll nicht auf strafbares Handspiel entschieden werden.“
Es ist ein Umstand, der die Diskussion über die Beurteilung von Handspielsituationen in der Bundesliga weiter anheizt. Nicht nur, dass Hartmanns Wahrnehmung offenbar falsch war – auch Video-Assistent Guido Winkmann sah keinen Anlass, den Schiedsrichter in die Review-Area zu beordern. Die Situation, in der Hartmann selbst durch eine demonstrative Armbewegung auf seinen Fehler hinwies, wirkt geradezu surreal.
Die Frage, warum in solch umstrittenen Szenen nicht routinemäßig der Video-Assistent eingreift, bleibt unbeantwortet. Die aktuelle Praxis lässt Raum für Fehlentscheidungen und untergräbt das Vertrauen in die Unparteilichkeit der Schiedsrichter.
Dieser Fall wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Verunsicherung innerhalb der Schiedsrichter-Gilde. Die Tatsache, dass der DFB Hartmanns Entscheidung nachträglich bestätigt, mag formal korrekt sein, lässt aber den bitteren Nachgeschmack, dass ein klarer Fehlpfiff nicht korrigiert wurde. Der 1:0-Siegtreffer von Leverkusen schmeckt Köln daher umso ärgerlicher.
