Hapkido-em: vierfache mutter verteidigt europatitel in aachen
Aachen. Nina Schröter, eine Mutter von vier Kindern, steht vor der ultimativen Herausforderung: die Verteidigung ihres Europatitels im Hapkido. Die 50-Jährige aus Aachen will in ihrer Heimatstadt zeigen, dass Alter und Mutterschaft kein Hindernis für sportliche Höchstleistungen sind.
Ein unerwarteter triumph vor zwei jahren
Schröters Weg zum Hapkido begann eher zufällig. Sie begleitete ihre Kinder zunächst zum Training und ließ sich dann selbst von der Disziplin fesseln. Vor zwei Jahren feierte sie dann in Wittenberg einen überraschenden Sieg bei der Europameisterschaft. "Damals habe ich das überhaupt nicht erwartet", erinnert sie sich noch heute. Der Erfolg war zwar nicht unerwartet, aber die Art und Weise, wie sie ihre Gegner dominierte, beeindruckte die gesamte Hapkido-Gemeinschaft.

Mehr als nur ein sport: selbstverteidigung und leidenschaft
Hapkido, eine koreanische Kampfkunst, legt großen Wert auf Selbstverteidigung und präzise Technik. Es geht nicht darum, den Gegner durch rohe Gewalt auszuschalten, sondern um die Kontrolle und Anwendung effektiver Techniken. Schröter, die als Sozialarbeiterin arbeitet, schätzt an Hapkido besonders die Möglichkeit, sich körperlich auszutoben und gleichzeitig etwas für die Selbstsicherheit zu tun. "Man fühlt sich schon sicherer, wenn man allein im Dunkeln nach Hause geht", sagt sie.

Die familie im rücken: ein unterstützendes team
Ein entscheidender Faktor für Schröters Erfolg ist die Unterstützung ihrer Familie. Ihr Sohn Jonas, selbst ein talentierter Hapkido-Kämpfer, ist inzwischen 19 Jahre alt und wurde bereits zweifacher Europameister in anderen Disziplinen des Hapkido. "Naja, ich schlage ja nicht voll zu, und bisher hat sie es mir auch noch nie übel genommen", scherzt Jonas über die Trainingskämpfe mit seiner Mutter. Die Familie Schröter ist ein Paradebeispiel dafür, wie Sport die Familie verbinden und stärken kann.

Ein kleines feld mit großen ambitionen
Die Hapkido-Europameisterschaft in Aachen ist ein internationales Ereignis, an dem Athleten aus sieben Nationen teilnehmen. Präsident Franz Josef Wolf vom internationalen Dachverband (IHC) wünscht sich eine noch größere internationale Beteiligung. "Hapkido ist ein Sport ohne Altersgrenze", betont Wolf. Nina Schröter, unterstützt von ihrer Trainerin Janine Poqué, die selbst eine erfolgreiche Titelträgerin ist, ist fest entschlossen, ihren Titel zu verteidigen. "Wenn es nicht klappt, ist es auch nicht schlimm. Es wird uns trotzdem viel Spaß machen", sagt Schröter mit einem Augenzwinkern. Die EM in Aachen wird zeigen, ob die vierfache Mutter ihren Traum von der Titelverteidigung verwirklichen kann.
