Hanning schickt füchse nach dänemark: „verlieren ist verboten“

Gruppensieg oder nicht – Bob Hanning spielt schon mental auf Sieg. Der Geschäftsführer der Füchse Berlin blickt auf das Duell bei Aalborg Håndbold (Mittwoch, 18.45 Uhr) und sagt, was sonst kein Manager vor der Partie wagt: „Ich weiß jetzt schon, dass wir gewinnen werden.“

Beide Klubs haben das Viertelfinale der Champions League längst gebucht. Trotzdem geht es um den ersten Platz in der Hauptrunde – und um Prestige im handballverrückten Norden. Hanning sieht die Berliner als Favorit. „Verlieren ist aus eigenem Anspruch heraus verboten“, erklärt er. Klingt nach Selbstüberschätzung, ist aber Kalkül. Die Füchse haben Aalborg zuletzt vor einem Jahr in Jütland besiegt. Seitdem ist das Team reifer, schneller, unbequemer.

Die dänische achse will daheim glänzen

Mathias Gidsel und Lasse Andersson sind in ihrer Heimat keine Unbekannten. Gidsel spielte für GOG, Andersson für KIF Kolding – beide Vereine Rivalen von Aalborg. Die Fans im Gigantium werden pfeifen, aber auch applaudieren. Nach der EM-Medaille und dem Länderspiel-Debakel gegen Deutschland ist Gidsel der neue Lieblingsfeind. Andersson kennt die Atmosphäre, er weiß: „In Dänemark ist jedes Spiel ein Derby.“

Trainer Nicolej Krickau hält sich aus dem Stimmungskarussell heraus. Er will keinen Zirkus, sondern Konstante. „Unser Fokus liegt auf dem Leistungsprozess“, sagt er. Für ihn zählt nur die nächste Aktion, nicht die Tabelle. Dass Hanning die Karten offen auf den Tisch legt, findet er „gut so“. Jeder im Klub soll wissen, dass nur Sieg zählt.

Aalborg plant großprojekt – die füchse wollen es jetzt schon stoppen

Aalborg plant großprojekt – die füchse wollen es jetzt schon stoppen

Die Dänen bauen für 2026 einen neuen Block, nennen das Projekt „Weltbester Handball-Verein“. Die Füchse haben heute die Chance, diesen Traum schon mal klein zu kicken. Ein Sieg würde Berlin die Pole-Position im Viertelfinale sichern und Aalborg eine Heimpleite bescheren, die lange nachhallt. Hanning lächelt. „Wir fahren nicht nach Jütland, um zu probieren. Wir fahren hin, um zu gewinnen.“

Um 18.45 Uhr geht’s los. Dann zeigt sich, ob Hanning ein Prophet oder ein Pokerspieler ist. Die Füchse haben die Koffer gepackt – mit einem Ziel: Sie wollen wieder als Gruppensieger nach Hause fliegen. Und wenn sie es schaffen, wird in Berlin nicht gefeiert. Dann heißt es nur: Nächstes Spiel, nächste Pflicht. So läuft das bei Titelträumern.