Handball-wm-generalprobe: dhb-team fordert ägypten zum rückspiel heraus
Die deutschen Handballer geben sich keine Verschnaufpause. Drei Tage nach dem 41:38-Krimi folgt die zweite Bewährungsprobe gegen Ägypten – und diesmal soll der Sieg souveräner ausfallen.
Kurz nach dem em-silber folgt der nächste prüfstein
15.30 Uhr, wetterbedingt vor leeren Rängen in Wetzlar, rollt der Ball erneut. Für Kapitän Johannes Golla und die neue Bundestrainer-Duo-Formation Alfreð Gíslason / Markus Gaugisch ist das Duell mit dem afrikanischen Rekordmeister kein Freundschaftsspiel, sondern ein Gradmesser. „Wir wollen die Fehler aus dem ersten Durchgang abstellen“, sagt Gíslason. Gemeint sind die 38 Gegentore, eine Zahl, die selbst gegen kreative Ägypter zu hoch ist.
Die Statistik spricht trotzdem für Deutschland: 13 Treffer von Julius Kühn, ein überragender David Schmidt im Tor und ein schnelles Umschaltspiel ließen den 41:38-Sieg am Samstag wie eine Demo wirken. Doch der Isländer warnt: „Ägypten hat sich analysiert. Sie werden früher an die 6:0-Deckung gehen und die Kreisläufer stärker blocken.“

Live und kostenlos: so verfolgt man die partie
Kein Pay-TV, kein Problem. Der Deutsche Handball Bund streamt das Spiel auf sportdeutschland.com, parallel liefert Sport BILD einen Liveticker mit Einzelkritik und Echtzeit-Statistik. TV-Konferenz gibt es nicht, dafür Kommentar von Falk Hempel – Ex-Profi, kein Blatt vor dem Mund.
Die Besetzung ändert sich leicht: Kai Häfner (Muskelkater) pausiert, für ihn rückt Lukas Zerbe in den Kader. Die Devise lautet: Rotation ohne Rhythmusbruch. Denn schon am Freitag steht das EM-Topspiel gegen Schweden an – erster Härtetest im neuen EM-Zyklus.
Blick auf januar 2027: deutschland rüstet sich für heim-wm
Die WM 2027 in Deutschland rückt näher, auch wenn sie noch 26 Monate entfernt scheint. Jörg Tripp, Sportlicher Leiter des DHB, nennt die Zahl 42: „So viele Spiele wollen wir bis dahin gegen Nicht-Europäer bestreiten – damit die Jungs lernen, unkonventionelle Würfe und Tempogegenstöße zu lesen.“ Ägypten liefert genau dieses Szenario, nur in schneller Wiederholung.
Die Bilanz gegen afrikanische Teams: 17 Siege in 18 Partien, der einzige Ausrutscher datiert aus dem Jahr 2001. Statistiken sind Papier, aber Selbstzufriedenheit laut Golla „unser größter Feind“. Die Füchse Berlin-Mitte-Rechts-Combi um Matthias Musche und Christoph Steinert soll für Tempo sorgen, während Kreisläufer Jannik Kohlbacher mit 105 kg Lebendgewicht die ägyptische Deckung aufbohren will.
Am Ende zählt ein Detail: Wer heute die Nase vorn hat, sichert sich intern Punkte für den WM-Kader. Gíslason betont, dass kein Platz garantiert sei – „nicht mal für EM-Helden“. Die Botschaft ist klar: Jeder Pass muss sitzen, jeder Wurf zählt. Um 17 Uhr wissen wir, ob die deutsche Maschine nachjustiert hat oder ob Ägypten die Revanche schafft. Dann geht’s für beide Teams in die Kabine – und für uns direkt zum Liveticker-Refresh.
