Handball-tag mit finals-charakter: berlin gegen veszprem und gummersbachs letzter europapoker
Heute Abend wird die Handball-Saison an zwei Fronten neu geschrieben. Die Füchse Berlin müssen in Veszprem einen 27:29-Rückstand wenden, um das Champions-League-Halbfinale noch zu erreichen. Parallel dazu kämpft der VfL Gummersbach in der Bundesliga gegen Göppingen ums internationale Ticket – und womöglich gegen den Abstieg.
Göppingen reist mit macht, gummersbach mit angst
Seit Anfang März hat Frisch Auf Göppingen zwölf von 14 möglichen Punkten geholt. Nur Magdeburg konnte die Schwaben stoppen. Die Serie katapultierte das Team von Emil Berggren auf Rang fünf – und direkt in die Europa-League-Position. Für Gummersbach ist das Duell deshalb ein Schlag ins Kontor: Verlieren die Oberbergischen, rutschen sie auf Platz neun ab und damit außerhalb jeder europäischen Startplatz-Riege.
Trainer Gudjon Valur Sigurdsson redet sich tapfer: „Wir wollen nächste Saison wieder Donnerstagabend spielen.“ Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Seit dem 23. März holte der VfL nur einen Punkt aus vier Spielen. Das 25:29 in Berlin war die dritte Niederlage in Serie. Jetzt droht das gleiche Schicksal wie 2021, als Gummersbach trotz Europacup-Teilnahme in die 2. Bundesliga absteigte.

Leipzig kann das rettende ufer noch sehen
Während in Gummersbach die Europa-League träumt, zittert der SC DHfK Leipzig ums nackte Überleben. Das Schlusslicht empfängt HC Erlangen, einen Gegner, der auswärts zwar nur jedes dritte Spiel gewinnt, aber dennoch 15 Punkte Vorsprung auf die Sachsen hat. Ein Sieg würde Leipzig auf drei Punkte an den Relegationsplatz heranbringen – und die restlichen vier Spiele plötzlich zu Endspielen machen.
Die Causa ist klar: Verliert Leipzig, ist die 2. Bundesliga so gut wie besiegelt. Gewinnt das Team von André Haber, lebt der Kampf weiter. „Wir haben nichts mehr zu verlieren“, sagte Kreisläufer Philipp Weber nach dem Training. Die Aussage klingt nach Kampf, sie klingt aber auch nach Resignation.

Füchse müssen in veszprem eine handball-wundertat vollbringen
In der Champions League steht Lasse Andersson vor der schwersten Aufgabe seiner Laufbahn. Der dänische Rückraum-Regisseur soll den Füchsen Berlin den Einzug ins Halbfinale retten. Das 27:29 aus dem Hinspiel ist kein Beinbruch, aber es ist auch keine Komfortzone. Veszprem hat in der heimischen Veszprém Aréna seit Oktober 2022 kein Pflichtspiel mehr verloren. Die letzte Niederlage kassierten die Ungarn gegen Barcelona – mit 28:35.
Trainer Jaron Siewert weiß, dass seine Mannschaft eine 60-minütige Perfektion braucht. „Wir müssen das Tempo hochhalten und gleichzeitig jeden Ball verteidigen“, forderte er nach dem Training. Die Frage ist: Schafft Berlin die Balance zwischen Risiko und Kontrolle? Oder platzt der Traum vom Final-Four-Ticket in Köln wie 2021 gegen Aalborg?
Die Antwort gibt es ab 18.45 Uhr live auf Dyn, DAZN und Pluto TV. Parallel treffen um 20.45 Uhr HBC Nantes und FC Barcelona aufeinander – ein Duell, das wohl nur noch die Statistik interessiert, nachdem Barça das Hinspiel mit 35:26 dominierte.
Die Daikin Handball-Bundesliga zeigt Dyn ab 19 Uhr komplett live. Für Gummersbach und Leipzig beginnt heute die letzte Chance. Für Berlin beginnt die Reise ins Ungewisse. Am Ende des Abends wird klar sein: Wer träumen darf – und wer nur noch zittern muss.
