Sizilien absturz: nur noch zwei profis – palermo und catania tragen die insel
Sizilien schafft es nicht mal mehr, den Ball in der Luft zu halten. Nach dem Horrorjahr 2025/26 bleiben nur noch zwei Inselklubs auf Profistufe: Palermo in der Serie B und Catania in der Serie C. Trapani und Siracusa wurden am letzten Spieltag per 2:2 im Derby gegeneinander beide abgestraft – und fliegen raus aus dem bezahlten Fußball.
25 Punkte abzug reichen, um den traum zu ersticken
Die Tatbestandsnummer lautet: 25 Punkte Minus wegen Liquiditätslücken. Ohne die Strafe wäre Trapani Mittelfeld gewesen, stattdessen runter in die Eccellenza. Siracusa kassierte „nur“ sechs Zähler, reichte trotzdem. Die Fans standen nach dem Schlusspfiff stumm auf der Tribüne, als hätte jemand den Stecker gezogen.
Catania darf zwar playoff-spielen, fühlt sich trotzdem betrogen. Die Rossazzurri lagen lange auf Tuchfühlung zu Benevento, landeten am Ende zwei Zähler hinter dem Spitzenreiter. Trainer Tosano wurde zwischendurch gefeuert, dann wieder reaktiviert – das Team spielte wie ein Radio mit Wackelkontakt. Die Serie-C-Truppe besitzt laut Transfermarkt den teuersten Kader der Kategorie, trotzdem reichte es nur zum zweiten Platz. Die Playoffs beginnen für sie im Viertelfinale, ein kleiner Vorteil, der vielleicht reicht, um wieder nach oben zu klettern.

Palermo trägt die fahne – und die last
Die Rosanero sind jetzt der letzte Serien-A-Hoffnungsträger der Insel. 25.148 Tickets sind schon für das Halbfinale gegen Catanzaro verkauft, die Barbera bebt. Aber die Mission ist klar: rauf in die Serie A, sonst bleibt von Siziliens Stolz nur noch Asche. Die Insel war einmal Drehscheibe des italienischen Fußballs, 2006/07 spielten gleich drei Klubs in der Serie A – Palermo, Catania, Messina. Heute reicht das Budget nicht mal mehr für vernünftige Kantinenessen.
Die Zahlen sind brutaler als jede Tabelle: seit 2008 mussten 14 sizilianische Vereine Insolvenz anmelden, zusammen über 200 Millionen Euro Schulden. Die Politik schaut weg, die Wirtschaft auch. Was bleibt, sind zwei Klubs, ein paar Jugendspieler und der Wind, der vom Ätna bis nach Trapani den Geruch von Verlust trägt.
