Handball-finale: mehr als nur ein spiel – ein millionen-event!

Köln bebt! Das Lidl Final4 ist längst kein Handballturnier mehr, sondern ein Premium-Sportevent, das jährlich Millionenumsätze generiert. Doch während die Arena gefüllt ist und die Showeffekte glänzen, steht der Sport im Mittelpunkt – zumindest laut den Verantwortlichen der Handball Bundesliga Liga (HBL). Ein Blick hinter die Kulissen des „Super Bowl des Handballs“, wie Dyn den Wettbewerb ehrfürchtig nennt.

Die evolution des dhb-pokalfinales: vom kleinen turnier zum millionen-event

Vor gut 20 Jahren war das Endspielwochenende um den DHB-Pokal noch ein beschauliches Ereignis. Heute ist es ein Magnet für Fans, Sponsoren und Medienvertreter, ein Spektakel, das jährlich Einnahmen in Millionenhöhe generiert. Die HBL hat das Potenzial erkannt und will weiterwachsen, ohne dabei die Balance zu verlieren. Denn obwohl Begriffe wie „Super Bowl des Handballs“ und der Einsatz eines animierbaren Glasbodens für Aufsehen sorgen, bleibt der Fokus auf dem Spiel.

Christian Seifert, der Gründer des Sportstreamingdienstes Dyn, hat mit seiner Bezeichnung den Hype um das Final4 maßgeblich befeuert. Und während Traditionalisten vielleicht die Nase rümpfen, haben progressive Fans und Funktionäre den Vergleich mit der prestigeträchtigen NFL-Veranstaltung schnell angenommen. Fakt ist: Das Lidl Final4 hat sich zu einem echten Premium-Sportevent entwickelt, das den einen oder anderen Superlativ verdient hat.

Glasboden-premiere und millionen-umsatz: die zahlen sprechen für sich

Glasboden-premiere und millionen-umsatz: die zahlen sprechen für sich

Die Lanxess-Arena in Köln ist seit 2004 ausverkauft, und der Umzug von Hamburg hat daran nichts geändert. Das Ticketing macht mit über der Hälfte des Gesamtumsatzes von rund vier bis fünf Millionen Euro den größten Teil aus. Hinzu kommt ein stattlicher Betrag durch Sponsoring, sowie die Einnahmen aus den Medienrechten, die im Rahmen des Vertrags mit Dyn Media fließen. Unter dem Strich bleibt ein Gewinn in Millionenhöhe für die Liga und ihre Klubs.

Ein besonderes Highlight in diesem Jahr ist der Einsatz eines animierbaren Videosportbodens, der die HBL in die Riege innovativer Sportligen wie der NBA und der FIBA einordnet. Lidl, bzw. die Schwarz Gruppe, ist nicht nur Namensgeber, sondern auch maßgeblich an der Finanzierung beteiligt und positioniert sich als „Innovationstreiber des Sports“. Der Boden, der mit Millionen von LED-Punkten individualisiert werden kann, soll für spektakuläre Effekte sorgen – allerdings unter strengen Auflagen, um die Aufmerksamkeit nicht vom eigentlichen Spiel abzulenken.

Balanceakt zwischen kommerzialisierung und fan-nähe

Balanceakt zwischen kommerzialisierung und fan-nähe

HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann betont, dass die Liga den Event nicht kommerziell überfrachten, sondern auf ein fan-nahes Wachstum setzen will. Die Ticketpreise sollen weiterhin bezahlbar bleiben, und auch Familien sollen sich das Lidl Final4 leisten können. „Wir wollen kein hochexklusives Sekt- und Kaviar-Event sein“, so Bohmann.

Trotz der herausfordernden Wirtschaftslage und des Ausstiegs des Liga-Namensgebers Daikin, zeigt sich die HBL in Sachen Sponsoring weiterhin auf einem guten Weg. Die Liga musste sogar Sponsoren absagen, da schlichtweg kein Platz mehr für weitere Inventare vorhanden war. Und der bevorstehende Vertrag mit Opel ist ein positives Signal für die Zukunft.

Handball im aufwind: mehr interesse, mehr mitglieder, mehr reichweite

Handball im aufwind: mehr interesse, mehr mitglieder, mehr reichweite

Die steigende Popularität des Handballs zeigt sich auch in den Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse-Zahlen: Rund 27,72 Millionen Deutsche interessieren sich für die Sportart. Die HBL verzeichnete zudem einen neuen Zuschauerrekord mit 1,7 Millionen Arenabesuchern. Und auch die Mitgliederzahlen des Deutschen Handballbundes (DHB) sind gestiegen – ein Zeichen für den wachsenden Zuspruch zur Sportart.

Die Zusammenarbeit mit Dyn und der ARD sorgt zudem für steigende TV-Reichweiten, und die HBL setzt verstärkt auf Social Media, um noch mehr Fans zu erreichen. Die Liga steht vor der Herausforderung, dieses gesteigerte Interesse in noch mehr Abonnenten und Zuschauer zu verwandeln.

Das Lidl Final4 ist mehr als nur ein Handballturnier. Es ist ein Wirtschaftsfaktor, ein Spektakel und ein Spiegelbild des wachsenden Interesses an der Sportart Handball. Und während die Innovationen und die Kommerzialisierung weiter zunehmen, darf der Sport niemals aus den Augen verloren werden – denn am Ende des Tages wollen die Fans Handball sehen.

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