Löwen zeigen reaktion, verpatzen aber chancen gegen flensburg

Die Rhein-Neckar Löwen haben sich im Heimspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt zwar gesteigert, doch am Ende mussten sie sich mit 33:36 geschlagen geben. Eine knappe Niederlage, die trotz einer deutlichen Leistungssteigerung im Vergleich zum Ausflug nach Erlangen bitter schmeckte. Jannik Kohlbacher, mit neun Treffern der beste Werfer der Löwen, sprach nach dem Spiel von vergebenen Chancen und einem verpassten Rhythmus in der Abwehr.

Die zweite halbzeit: ein verschlafener zugriff

Die Partie verlief zunächst ausgeglichen, doch nach der Pause schien der Zugriff der Löwen nachzulassen. „Ich glaube, wir haben den Anfang der zweiten Halbzeit ein bisschen verschlafen“, analysierte Kohlbacher im DYN-Interview. „Ab der 45. Minute haben wir gefühlt den Zugriff in der Abwehr verloren, den wir zu Beginn der Partie noch so gut hatten.“ Ein kleiner Bruch, wie er es nannte, ermöglichte es Flensburg, das Tempo zu erhöhen und die Löwen unter Druck zu setzen.

Kohlbacher: „Flensburg ist natürlich eine Top-Mannschaft. Wir haben uns da lange aufgerieben, voll dagegengehalten. Das Tempo und die Zweikampfstärke der Gäste waren beeindruckend.“ Die Flensburger nutzten ihre Chancen konsequent und spielten den Ball geschickt nach außen, was den Löwen das Leben schwer machte.

Mehr drin als ein unentschieden?

Mehr drin als ein unentschieden?

Die Frage, ob an diesem Tag mehr für die Löwen drin gewesen wäre, beantwortete Kohlbacher direkt: „Ja, absolut.“ Er betonte, dass seine Mannschaft in der Offensivabteilung genügend Tore erzielte und sich im Vergleich zum letzten Spiel gegen Erlangen verbessert präsentiert habe. Doch die kleinen, entscheidenden Details fehlten am Ende, um die SG Flensburg-Handewitt zu bezwingen. Die Defensivleistung war nicht optimal, und die Konterchancen wurden nicht konsequent genutzt.

Ljubomir Vranjes, der Sportchef von Flensburg, hatte bereits in der Halbzeitpause im DYN-Interview festgestellt, dass er sich wünsche, dass seine Mannschaft den starken Jannik Kohlbacher besser im Griff hätte. Tatsächlich schien Kohlbacher zu Beginn der zweiten Hälfte ein umsichtigeres Abwehrverhalten der Flensburger zu provozieren, doch auch er und Haukur Thrastarson fanden im weiteren Verlauf wieder zueinander.

„Ich glaube, am Ende ist es ganz egal, wer zum Torabschluss kommt“, so Kohlbacher. „Wir haben wie Löwen gekämpft, keiner hat nachgegeben. Jeder wollte etwas gutmachen nach der Niederlage in Erlangen.“

Die Rhein-Neckar Löwen können trotz der Niederlage Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben ziehen. Die Leistung war zwar nicht perfekt, aber die kämpferische Einstellung stimmt. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie zu mehr fähig ist, und wird sich weiterhin intensiv an der Verbesserung der Defensive arbeiten müssen, um in der Handball-Bundesliga erfolgreicher zu sein. Denn die Wahrheit ist: Auch Top-Mannschaften lassen Punkte liegen, und die Löwen haben nun die Chance, im nächsten Spiel zu zeigen, was sie aus dieser Erfahrung gelernt haben. Die Saison ist noch lang.