Handball-fieber in nrw: 41 mal ausverkauft und klappstühle vor der tür

Gummersbach gewinnt 28:27 gegen Lemgo, der Ball fliegt kurz nach Ablauf der Spielzeit ins Netz, und 41 Mal in Folge war die Schwalbe Arena bereits ausverkauft. Das ist kein Zufall. Das ist Handball-Euphorie, wie man sie in Nordrhein-Westfalen seit Jahren nichtmehr so deutlich gespürt hat.

Klappstühle, 60 fans in der schlange und karten weg in 30 minuten

Was Hannah Nitsche, Moderatorin bei Dyn, aus Lemgo berichtet, klingt fast anachronistisch in Zeiten von Online-Ticketshops: Fans, die am Dienstagmorgen bereits ab 8:15 Uhr vor der Geschäftsstelle des TBV Lemgo Lippe stehen, die erst um 9 Uhr öffnet. Mit Campingstühlen. In der Kälte. Zeitweise bis zu 60 Menschen in der Schlange. Und das für ein Heimspiel gegen die Füchse Berlin. Weniger als ein Drittel der Karten geht überhaupt in den freien Verkauf. Die waren binnen 30 Minuten vergriffen.

Dyn-Experte Pascal Hens hatte vor dem Spiel mit Lemgos Trainer Florian Kehrmann gesprochen und genau das bestätigt bekommen: Die Euphorie in Lemgo ist real, sie ist greifbar, und sie geht weit über das hinaus, was man in der Bundesliga-Mittelfeldregion gewöhnlich erlebt.

Gummersbach träumt laut von der champions league

Gummersbach träumt laut von der champions league

Beim VfL Gummersbach läuft es sportlich noch runder. Sechs Siege in Folge, nur 13 Minuspunkte in der Tabelle, und der Rückstand auf den Tabellenzweiten aus Berlin beträgt gerade mal drei Zähler. Der Champions-League-Platz ist kein Hirngespinst mehr, sondern eine echte Rechengröße. Und die Schwalbe Arena? Zum 41. Mal in Folge restlos ausverkauft. Ein neuer Vereinsrekord.

Lucas Hutecek, einer der Führungsspieler der Gummersbacher, fand nach der knappen Niederlage im Hinspiel trotzdem klare Worte am Dyn-Mikro: „Solche Spiele machen uns allen extrem viel Spaß, dafür spielen wir Handball, um vor so einer Kulisse ein solches Topspiel zu erleben.