Handball-boom: seifert fordert kommunen zum investieren auf!

Christian Seifert, der Mann hinter dem Streamingdienst Dyn und ehemaliger DFL-Boss, hat die deutschen Kommunen mit Nachdruck aufgefordert, in Hallenbau für den Handball zu investieren. Die Parallelen zur erfolgreichen Fußball-WM 2006 sind frappierend, und Seifert sieht eine historische Chance für den Handball, das nächste Level zu erreichen.

Die infrastruktur hinkt hinterher

Vor dem DHB-Pokalfinal Four in Köln äußerte Seifert seine Kritik: „Infrastruktur-Investitionen in den Sport sind für mich die allerbeste Demokratieförderung.“ Er wunderte sich, dass es „ohne Wenn und Aber“ neue Stadien für Fußball-Drittligisten gebe, während der Handball auf eine vergleichbare Unterstützung wartet. „Ich würde den Handball gerne dahin bringen, dass die Kommunen wie selbstverständlich darüber nachdenken, da eine neue Halle hinzubauen“, forderte er. Der DHB-Vorstandsvorsitzende Mark Schober stimmte zu: „Unsere Hallen sind jetzt eigentlich zu klein, wenn wir ehrlich sind.“

Der „poldi-schweini-moment“ für den handball

Der „poldi-schweini-moment“ für den handball

Seifert sieht im aktuellen Erfolg des Handball eine Ähnlichkeit zur WM 2006, die Deutschland nachhaltig prägte. „Als Zeitzeuge der Fußball-WM 2006 habe ich erlebt, was so eine WM in der richtigen Konstellation für den Sport bewegen kann“, erklärte er. Er nannte es scherzhaft den „Poldi-Schweini-Moment“, in Anspielung auf die beliebten Fußballer der damaligen Zeit. Der EM-Titel im Winter, insbesondere der große Zuspruch durch jüngere Sportfans, habe Handballspieler bekannt gemacht, „die auch wirklich coole Persönlichkeiten sind, sehr nahbar.“ Die 12,8 Millionen Zuschauer, die das EM-Finale verfolgten, demonstrieren das enorme Potential.

Weiter geht’s: chance nutzen und emotionen transportieren

Weiter geht’s: chance nutzen und emotionen transportieren

Trotz dieses Erfolgs mahnte Seifert, den Schwung vor der Heim-WM 2027 nicht zu verlieren. „Rekord-Umsätze, Rekord-Zuschauerzahlen, Rekord-Reichweiten – dazu eine blühende Nationalmannschaft. Wenn man das nächste Level erreichen will, dann muss es jetzt sein“, betonte er. Liga-Präsident Uwe Schwenker forderte eine „starke Allianz aus Klubs, Spielern, Verbänden, Medien“, um das Interesse über das ganze Jahr aufrechtzuerhalten. Entscheidend sei, die Emotionen der WM in die Klubs zu tragen. „Da sind die Klubverantwortlichen gefragt, da sind aber auch die Spieler gefragt“, sagte Schwenker, und nannte Storytelling und Social Media als wichtige Instrumente. Die Spieler müssen zu Identifikationsfiguren werden, die die Fans begeistern – so wie Schweini und Podolski einst das Land bewegten.

Die Investition in Handball-Infrastruktur ist jetzt mehr als nur eine sportliche Notwendigkeit; sie ist eine Investition in die Zukunft des deutschen Sports und eine Chance, das Land im Vorfeld der WM 2027 zu begeistern.