Hamiltons comeback: ferrari-deal in sicht?
Lewis Hamilton hat bewiesen, dass er noch lange nicht zu alt für die Spitze ist. Nach einer enttäuschenden Saison 2026, in der er ohne Podest blieb, scheint der siebenfache Weltmeister zurückgekehrt zu sein und liefert aktuell eine beeindruckende Vorstellung ab. Die Frage ist: Kann Ferrari diesen Aufschwung nutzen und ihn unter Vertrag nehmen?

Die überraschende kehrtwende in hamiltons saison
Die neuen Regelbestimmungen in der Formel 1 stellten Hamilton vor eine unerwartete Herausforderung. Das veränderte Auto und die damit verbundenen Anpassungen führten zu einer Phase, die er selbst wohl als "Albtraum" bezeichnen würde. Doch der erfahrene Brite hat sich nicht unterkriegen lassen. Mit Siegen in Barcelona, China, Kanada und Monaco hat er nun eine beachtliche Bilanz aufgestellt und sich mit 115 Punkten auf dem zweiten Platz der Weltmeisterschaft etabliert – weit hinter dem dominanten Kimi Antonelli (156 Punkte), aber deutlich vor den Mercedes-Duellanten.
Mercedes' Dilemma und Ferrari's Chance Mercedes befindet sich derzeit in einer Situation, in der es sich schwer tut, eine klare Fahrerentscheidung zu treffen. Ferrari hingegen scheint in einer idealen Position zu sein. Jacques Villeneuve, der ehemalige Weltmeister von 1997, sieht hier eine klare Chance für die Scuderia. "Lewis hat bewiesen, dass er weiß, wie man gewinnt, und er weiß, was es braucht, um erfolgreich zu sein. Wenn er den geringsten Anschein hat, dass es möglich ist, lässt er die Chance nicht ungenutzt", so Villeneuve in einem Interview mit Sky Sports.
Villeneuve kritisiert zudem die Behandlung von Charles Leclerc innerhalb von Ferrari. Der monegassische Fahrer, der einst als Shootingstar galt, scheint in eine Krise geraten zu sein. Zwei Rennen ohne Punktgewinn haben ihn in der Tabelle zurückgeworfen – er liegt nun 40 Punkte hinter Hamilton und kämpft mit seiner bisherigen Dominanz im Team. Im Vorjahr hatte Leclerc seinen Teamkollegen noch deutlich überlegen gewesen, was zu einer komfortablen Führung in der internen Wertung führte.
Leclercs Entwicklung und Villeneuve's Analyse Villeneuve argumentiert, dass Leclerc die Chance, ein Team nach seinen Vorstellungen aufzubauen, verpasst hat. Er erinnert daran, dass Leclerc bei Ferrari mit einem "fertigen Paket" konfrontiert wurde, nachdem er bereits eine solide Saison bei Sauber gezeigt hatte. "Man hat ihm einen riesigen Vertrag angeboten, als wäre er bereits ein Weltmeister. Vielleicht war es etwas zu früh. Er musste nie wirklich etwas aufbauen, sondern konnte sich einfach auf das Fahren konzentrieren. Aber wenn Lewis erwacht, wenn er das Auto und das Team an sich reißt und Vollgas gibt, dann ist Leclerc nicht gewappnet dafür."
Hamiltons schwieriger Start bei Ferrari im Vorjahr, geprägt von Problemen mit dem SF-25, gab Leclerc die Möglichkeit, sich zu profilieren. Doch nun, da Hamilton seine Form wiedergefunden hat, scheint sich das Blatt zu wenden. Die Entscheidung liegt bei Ferrari: Sollten sie ihre Ambitionen auf den Titel ernst nehmen, müssen sie Hamiltons Erfahrung und sein Sieggewinnungspotenzial nutzen. Die Zahlen sprechen für sich: Hamilton ist der Schlüssel zum Erfolg, während Leclerc aktuell weit hinterherhinkt.
Die Zeichen stehen auf Ferrari-Rot – und auf eine spannende Zukunft für Lewis Hamilton im italienischen Team. Ob die Scuderia diesen strategischen Schachzug wagt, bleibt abzuwarten.
