Hamburg wirft den olympia-knaller: 4,8 milliarden für ein fest ohne preisschock

Hamburg will Olympia, aber ohne den üblichen Kater. 4,8 Milliarden Euro kalkuliert die Stadt, ein grünes Band soll die Arenen verbinden und eine Million Tickets gibt's zum Discount-Preis – ein Teil sogar umsonst. Das Konzept ist fertig, jetzt muss nur noch die Bevölkerung Ende Mai zustimmen.

Die arena für alle beginnt auf dem heiligengeistfeld

Die arena für alle beginnt auf dem heiligengeistfeld

Statt monolithischer Betonkolosse entsteht ein Netz aus zwei Parks: Olympic Park City rund um Heiligengeistfeld und Binnenalster sowie Olympic Park Altona im Volkspark neben dem HSV-Stadion. Dazwischen: ein grünes Band aus Parks und aufgehübschten Flächen, das laut Umweltsenatorin Katharina Fegebank die Wettkampfstätten verbindet und zugleich Klima- und Bürgerprofit bringt. Die Athleten wohnen in der Science City Bahrenfeld – kurze Wege, kein Athleten-Dorf-Geisterstadt nach dem Fest.

Die Sozial-Tickets sind kein Almosen, sondern Kernstück. Andy Grote, Innen- und Sportsenator, verspricht: Menschen mit wenig Geld, Ehrenamtliche, Schulklassen sollen kostenlos oder deutlich reduziert dabei sein. Die Botschaft: Olympia als Volksfest statt VIP-Logen-Parade. Das Echo aus dem Bürgerbeteiligungsverfahren steckt jetzt schwarz auf weiß im Papier.

Das größte Risiko bleibt der Preis. 4,8 Milliarden Euro sind kein Pappenstiel, doch Hamburg rechnet fest: keine Neuverschuldung, alle Ausgaben aus dem bestehenden Haushalt sowie private Partner. Kein Berliner Flughafen-Chaos, kein Münchner Olympia-Desaster von 2022. Die Stadt will zeigen, dass eine Metropole ohne Milliarden-Grab und mit Bürger-Mehrheit Olympia stemmen kann.

Die Konkurrenz schläft nicht. München, Berlin, das ganze NRW-Ensemble buhlen ebenfalls um die Spiele 2036, 2040 oder 2044. Der Bund will im Herbst 2026 den deutschen Bewerber küren. Hamburg liefert jetzt die erste klare Antwort: Wir machen das sozial, grün und günstig. Wenn die Bürger Ende Mai zustimmen, ist der Weg frei für ein Fest, das laut Peter Tschentscher ein neues Kapitel Stadtgeschichte schreiben soll. Die Uhr läuft – und die Tickets sind schon so gut wie weg.