Hamburg towers lassen top-talent grey vorzeitig ziehen – usa-traum wird wahr
Jared Grey packt die Koffer. Der 20-jährige Forward verlässt die Hamburg Towers sofort, um an der High Point University in North Carolina zu spielen. Ein Vertrag, der eigentlich bis 2027 lief, wird aufgelöst – ohne Handgeld, ohne Drama. „Wir wollen Träume nicht blockieren“, sagt Geschäftsführer Marvin Willoughby.
Der club macht den weg frei – und sichert sich ein nachschlag
Grey stand in dieser Saison 38 Mal für durchschnittlich 15 Minuten auf dem Parkett. Kein Star, aber ein Prototyp: 2,01 m groß, 2,10 m Wingspan, 38 % Dreierquote. Daten, die in Amerika mehr wert sind als in der BBL. Towers-Chef Willoughby kennt die Rechnung: „Wenn er dort oben durchstartet, kommt der nächse deutsche Junge und fragt bei uns an.“
Die Vereinbarung ist kein Geschenk. Grey verzichtet auf Teile seines Gehalts, die Towers sichern sich ein Rückkehrrecht und ein Ausbildungsgeld, falls er später in die NBA oder die G-League wechselt. Ein Deal, der beide Seiten voranbringt.

Deutschlands college-pipeline läuft auf hochtouren
Vor zehn Jahren musste ein deutscher Jugendspieler noch das Abitur sausen lassen, um in den USA landen zu können. Heute bucht er das Ticket über die Towers. „Schon der letzte Sommer hat gezeigt, dass der Weg an ein US-College für junge deutsche Spieler eine zuvor lange nicht existente Karrieremöglichkeit bietet“, sagt Willoughby. Gemeint ist etwa Malik Müller, der von Frankfurt nach Virginia Tech wechselte und jetzt ein festes NBA-Draft-Bingo ist.
Grey selbst spricht mit dem tiefen Ton eines Mannes, der sich sein Ziel jahrelang auf die Fahnen geschrieben hat: „Seit ich 14 bin, hege ich den Traum, ans College zu wechseln. Jetzt kam alles zusammen – zur richtigen Zeit der richtige Fit.“
Die Towers verlieren damit ihren jüngsten Rotationsspieler, gewinnen aber etwas anderes: ein Leuchtturmprojekt. Jeder Trainer in der Nachwuchs-Bundesliga kann nun seinen Spielern zeigen: Wer bei uns Gas gibt, landet nicht in der zweiten Liga, sondern in North Carolina.
Und Grey? Er fliegt am Wochenende. Kein Abschiedsspiel, keine Rede. Einfach nur ein Koffer voller Trikots und ein Ticket nach Greensboro. Dort wartet ein Campus mit 4.500 Studenten, einem 8.500-Sitzer-Arena und einem Coach, der ihm schon das Starting-Four versprochen hat. Die BBL bleibt zurück, ein bis ärmer an Talent, ein bis reicher an Mythos.
