Hamann zündelt: bayern soll bei dortmund klopfen – nmecha als kimmich-ersatz?
Christian Schneider, TSV Pelkum Sportwelt – Dietmar Hamann hat den Zünder gelegt. In seiner Kicker-Kolumne rät der Ex-Nationalspieler dem FC Bayern, beim Erzrivalen Borussia Dortmund einzukaufen – und zielt dabei genau auf Felix Nmecha ab. Hamanns These: „Was den Münchnern fehlt, ist ein Spieler wie Dortmunds Felix Nmecha. Mich würde es nicht wundern, wenn die FCB-Bosse bereits ihre Fühler nach ihm ausgestreckt haben.“
Hamanns traum-duo: nmecha plus pavlović statt kimmich/goretzka
Der 52-Jährige schreibt das, was viele in München nur hinter vorgehaltener Hand sagen: Die Achse Joshua Kimmich/Leon Goretzka hat ihr internationales Ticket seit 2016 nicht mehr gestempelt. „Als Mittelfeld-Pärchen sind sie in den vergangenen acht Jahren nie über das Viertelfinale rausgekommen. Den Beweis, dass sie zusammen Titel-Format haben, sind sie schuldig geblieben“, zitiert ihn die Kolumne. Stattdessen schwärmt Hamann von einem neuen Doppelpack: Aleksandar Pavlović (21) und eben Nmecha – sowohl für die DFB-Elf als auch für Bayern.
Die Zahlen sprechen für den BVB-Box-to-Box-Player. Nmecha kam 2023 für 30 Millionen Euro aus Wolfsburg, arbeitete sich nach verletzungsbedingten Startschwierigkeiten zum Dauerbrenner hoch. In dieser Saison stand er in allen 38 Pflichtspielen auf dem Platz – öfter als jeder andere Feldspieler. Sein Vertrag läuft bis 2028, ein Sommer-Transfer würde die Schwarz-Gelben zu einer Zahlungsbereitschaft zwingen, die sich aktuell auf etwa 50 Millionen Euro beliefen dürfte.

München oder madrid – wo landet nmecha?
Internally kursiert in Dortmund, dass ein Weggang nur für eine Ablöse jenseits der 60-Millionen-Marke infrage käme. Für Bayern wäre das ein zweifelhafter Deal: Einerseits würde Nmecha das dringend benötigte Tempo und die vertikale Dynamik ins Mittelfeld bringen. Andererseits würde der Klub damit erneut Geld in einem Segment verbrennen, in dem mit João Palhinha bereits 65 Millionen Euro investiert wurden – ohne dass sich das Europacup-Defizit verflüchtigt hätte.
Hamann nimmt Kimmich und Goretzka bewusst in die Pflicht. „2020 spielte Kimmich beim Final-Turnier rechts hinten, 2024, als die Bayern letztmals im Halbfinale standen, ebenso.“ Die Botschaft: Wer sich selbst ins Zentrum verortet, muss dort auch liefern – oder Platz machen. Nmecha lieferte in dieser Spielzeit 5 Tore und 7 Assists, aber vor allem: er riss keine 90-Minuten-Furchen, sondern verschob Spielfelder mit einem Zug zum Ball, den Bayern seit Vidal-Tagen vermissen.
Die Frage bleibt: Würde Dortmund seinen Leistungsträger an den direkten Konkurrenten abtreten? Die Antwort liegt in der Ablöse – und in der Einsicht, dass ein Verkauf nach Spanien oder England genauso den Klassenunterschied verstärken würde. Die Tendenz: Wenn Bayern wirklich klopft, wird Dortmund zuhören. Preis: 60 Millionen plus Boni. Frist: bis Juli. Hamann hat den Stein ins Rollen gebracht. Nun ist München am Zug.
